Storch vor Supermarkt in Östringen (Foto: SWR)

Dauergast auf Futtersuche

Storch vor Supermarkt in Östringen: "Ich bin hier der Chef!"

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Seit drei Jahren lebt ein Storch auf einem Supermarktparkplatz in Östringen (Landkreis Karlsruhe). Das Tier fühlt sich so wohl auf dem Parkplatz, dass es jeden Tag wieder kommt.

In Östringen ist er eine kleine Attraktion: der Einkaufsstorch Ali. Wo er herkommt, dass wissen sie nicht, vielleicht kommt er aus einem Nachbarort angeflogen? Vielleicht wohnt er in einem nahegelegenen Tierpark? Niemand weiß es so genau. Aber selbst im benachbarten Freibad ist er schon gesichtet worden.

Die Östringer lieben ihren Einkaufsstorch

Ali ist jeden Tag da. Vor dem großen Einkaufsmarkt stolziert er zwischen den Autos auf und ab, steht auf einem Bein vor der Imbissbude, begleitet Kundinnen, die mit dem Einkaufswagen aus dem Supermarkt kommen. Ali ist immer dabei und die Östringer lieben ihren Storch!

Vor der Imbissbude wird er gefüttert

In der Imbissbude vor dem Supermarkt, da wird Ali verpflegt. Eigentlich hatte die Stadt dazu aufgerufen, das Tier nicht zu füttern. Man soll ja wilde Tiere grundsätzlich überhaupt nicht füttern. Aber bei Ali werden die Östringer schwach.

Er bekommt auch keine Hamburger oder Pommes, Ali wird mit rohem Hühnerfleisch gefüttert. Aber wer weiß, was ihm seine Fans nebenbei noch so alles zuwerfen?

Manche sagen: Der Storch gehört hier nicht her!

Manche Kunden runzeln auch die Stirn, wenn sie den Storch vor dem Supermarkteingang sehen. Klar ist Ali eine Attraktion, aber andererseits: "Er gehört einfach nicht hierher", sagt eine Dame. "Der bekommt Futter hier, das nicht für ihn gedacht ist", meint sie noch und schüttelt den Kopf.

Zu seinem Namen kam Ali durch einen Freund, der heißt auch Ali und betreibt neben dem Supermarkt einen kleinen Schlüsseldienst. Ali passt auf Ali auf, erzählen die Östringer. Manchmal, wenn es zu voll wird auf dem Parkplatz, dann lockt der menschliche Ali seinen tierischen Freund zu einem nahegelegenen Bach. Dort findet der Storch Ruhe und auch ein bisschen Abkühlung im Schatten unter den Bäumen.

Storch vor Supermarkt in Östringen (Foto: SWR)
Ali patrouilliert auf dem Supermarktparkplatz.

Ali ist ein Werbeträger für Östringen geworden

Immerhin, seit Ali auf dem Supermarktparkplatz hin und her stolziert, haben nicht nur die Kinder was zu gucken. Auch die Autos fahren langsamer. Und der Hauptamtsleiter der Stadt Östringen, Wolfgang Braunecker, findet sogar, Ali sei ein hervorragender Werbeträger für seine Stadt. So einen Supermarktstorch habe ja sonst niemand und damit hat er wohl recht.

Tierschützer wollten den Storch schon einmal einfangen, berichtet eine Imbissbudenbesitzerin aus der Nachbarschaft. Aber das habe Ali sich nicht gefallen lassen. Die Tierschützer sind jedenfalls wieder abgezogen, Ali ist immer noch da und es gehe ihm doch nicht so schlecht, meinen manche Östringer. Die Alternative wäre ein Käfig, aber das gefällt Wolfgang Braunecker von der Stadtverwaltung irgendwie auch nicht. Es ist schon eine kuriose Geschichte und eine Lösung hat bisher niemand gefunden.

"Solange er gefüttert wird, geht er dort nicht weg!"

Auch Storchenexperte Hans Bernd Bauer hat keine Lösung. Er hat so etwas wie eine Storchen-Auffangstation im Nachbarort Bad Schönborn. Dort pflegt Hans Bernd Bauer junge und kranke Störche, um sie hinterher wieder auszuwildern. Bei dem Einkaufsstorch in Östringen sei das zu spät, meint der Experte. Den bekomme man dort nicht mehr weg. Zumindest nicht, solange er vor den Einkaufszentrum regelmäßig gefüttert wird.

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