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Die Infektionszahlen in Baden-Baden steigen weiter. Laut Landesgesundheitssamt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz jetzt bei 99,7. Bei einer weiteren Steigerung droht wieder die Bundesnotbremse.

Seit dem 20. Mai ist in Baden-Baden die Bundesnotbremse außer Kraft, seit dem dem 12. Mai sank die Sieben-Tage-Inzidenz stetig. Doch nun steigt sie wieder und hat sich binnen einer Woche mehr als verdoppelt (26. Mai: 43,5 und 2.6.: 99,7).

Diffuses Infektionsgeschehen in Baden-Baden

Im SWR nennt Benjamin Wedewart vom zuständigen Landratsamt Rastatt folgende Gründe für diese Zunahme: Zum einen infizierten sich mehr Menschen bei privaten und familiären Treffen. "Wenn wir uns die Daten anschauen, lässt sich feststellen, dass wir bei Menschen mit Migrationshintergrund insbesondere aus dem süd- und osteuropäischen Raum einen Anstieg zu verbuchen haben."

Zum anderen habe es in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge Neuinfektionen gegeben. Kindertageseinrichtungen, Schulen oder Arbeitgeber sind laut Landratsamt nicht für den Anstieg der Zahlen verantwortlich. Corona-Hotspots gebe es in Baden-Baden keine, allerdings gibt es die meisten Neuinfektionen in den Stadtteilen und nicht in der Kernstadt. Besonders der Stadtteil Oos ist betroffen, etwa 60 Prozent der Neuinfizierten leben dort.

Zweiter Öffnungsschritt ist fraglich

Bei einem solchen steigenden Trend ist ein zweiter Öffnungsschritt laut baden-württembergischer Landesverordnung unmöglich. Dieser zweite Öffnungsschritt kann nur eintreten, wenn die Inzidenz stabil unter 100 ist und die Tendenz fallend.

Sollten die Zahlen weiter steigen, droht sogar erneut die Bundesnotbremse. Sobald die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, tritt diese Notbremse in Kraft. Dann gelten wieder strengere Kontaktbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre. Außerdem müsste die Gastronomie und die Hotellerie wieder schließen, der Einzelhandel dürfte nur "Click und Meet" anbieten.

"Das würde die Stadt außerordentlich hart treffen"

Die Verantwortlichen in Baden-Baden machen sich große Sorgen, dass bei einem weiter steigenden Inzidenz-Wert, Lockerungen zurückgenommen werden müssten. "Das würde die Stadt außerordentlich hart treffen", sagt Bürgermeister Roland Kaiser, zuständig für den Bereich Ordnung und Sicherheit, ebenfalls im SWR. Die Wirtschaft würde darunter leiden, aber auch die Familien, wenn Kitas wieder schließen müssten.

Schärfere Kontrollen angekündigt

Kaiser kündigt verschärfte Kontrollen an. Man werde die Quarantäne-Auflagen engmaschiger überprüfen. Es solle gewährleistet werden, dass sich die betroffenen Personen an die Vorgaben hielten. Der Baden-Badener Bürgermeister hob auch hervor, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Gastronomie für den Anstieg der Corona-Neuinfektionen verantwortlich sei.

Appell an Gastronomen

Trotzdem hat der Hotel- und Gaststättenverband in Baden-Baden an seine Betriebe appelliert, strenger darauf zu achten, dass nur Genesene, Geimpfte oder negativ Getestete die Gastronomie nutzen dürfen. Gleichzeitig sei das im Alltag aber schwierig genau zu kontrollieren. Ein Gastronom aus Baden-Baden sagte, seine Mitarbeiter seien Servicekräfte und keine Apotheker. Außerdem gäbe es immer wieder unangenehme Situationen mit Gästen, die sich nicht an die Regeln halten.

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