Sanierung der Stadthalle Karlsruhe (Foto: SWR)

Kostenexplosion nach Planerwechsel

Karlsruhe: Stadthallensanierung wird weitere 59 Millionen Euro teurer

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Die Kosten für die Sanierung der Karlsruher Stadthalle explodieren. Am Dienstag hat die Stadt Pläne vorgestellt, nach denen bis zu 135 Millionen Euro für die Erneuerung nötig werden.

Fünf Jahre Bauverzögerung und weitere Kostensteigerungen von 59 Millionen Euro: Die Sanierung der Stadthalle Karlsruhe steht unter keinem guten Stern. Was die Pläne aus dem Jahr 2017 über den Haufen geworfen hat, war ein Wechsel bei der sogenannten "TA-Planung", wobei "TA" für Technische Ausrüstung steht.

Vor Beginn der Planung waren im Jahr 2015 ursprünglich Kosten von 53 Millionen Euro für die Stadthallensanierung vorgesehen.

Technische Planung noch einmal komplett von vorne begonnen

Hier musste noch einmal fast komplett von vorne begonnen werden, berichtete die erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU). Dafür konnten nachhaltige Maßnahmen wie eine Photovoltaikanlage, Dachbegrünung und eine Brunnenwasserkühlungsanlage bei der Stadthallensanieung eingeplant werden.

"Es ist nicht schön, dass eine solche Entwicklung stattgefunden hat. Das haben wir uns auch nicht ausgesucht. Es ist halt der Situation geschuldet."

Acht Jahre Zwangspause für die Stadthalle

Seit dem Jahr 2017 ist die zentral gelegene Karlsruher Messe- und Kongresshalle geschlossen, mit allen Konsequenzen für den Messe- und Kongressstandort Karlsruhe. Am Ende wird die Halle acht Jahre lang nicht zur Verfügung stehen. Denn erst im dritten Quartal 2025 soll die Stadthalle nach jetzigem Stand ihre Tore wieder für Publikum öffnen.

Es sei schmerzlich, aber nicht zu ändern, betonte die erste Bürgermeisterin am Dienstag bei der Vorstellung der letzten Baupläne und Baukosten. Die Verteuerung und auch die Verzögerung sei letztlich einem Wechsel bei der sogenannten "TA"- Planung geschuldet.

"Wir halten die jetzt festgestellten Kosten für sehr seriös, weil wir mit mehreren Überlegungen in Richtung von Kostenreserven an den Start gegangen sind. Oder auch von technischen Systemen, die redundant auf dem Markt zu bekommen sind und wir uns nicht in Abhängigkeiten begeben."

Planer waren komplett überfordert

Das erste Planungsbüro sei mit der Aufgabe überfordert gewesen, weshalb man sich im vergangenen Jahr von diesem Planer verabschiedet habe. Gegen das Unternehmen will die Stadt nun Regressforderungen durchsetzen. Die Höhe der Forderungen wurde nicht genannt. Allerdings werden die Baupreissteigerungen allein mit 25,5 Millionen Euro angegeben.

Die einzig positive Nachricht im Zusammenhang mit der Sanierung der Karlsruher Stadthalle: Die neue Planung kommt wesentlich nachhaltiger daher. So kann der Energieverbrauch der Halle gegenüber dem Jahr 2016 nach der Sanierung sogar um die Hälfte gesenkt werden. Berechnungen gehen von jährlichen Kosten von nur noch rund 300 Euro pro Quadratmeter aus, bislang waren es rund 600 Euro.

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