Voller Mülleimer im Karlsruher Schlossgarten (Foto: SWR)

Verdoppelung seit Corona

Müll entsorgen Fehlanzeige - Stadt Karlsruhe beklagt immer mehr Abfall

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Karlsruhe kämpft mit immer mehr Müll auf den Straßen und in Parkanlagen. Die Menge hat sich seit Corona teilweise verdoppelt. Gegenmaßnahmen bringen nicht den gewünschten Erfolg.

Ein benutzter Kaffeebecher, leere Zigarettenschachteln und jede Menge Verpackungen liegen auf oder neben einem Mülleimer im Karlsruher Schlossgarten. Für viele ist dieser Anblick schon abstoßend, für Shawn Wedlock ist das noch harmlos. "Es gibt nichts, was man nicht findet", sagt der Kehrmaschinenfahrer vom Amt für Abfallwirtschaft.

"Das sind Schuhe, Klamotten, Pizzakartons, Flaschen, Erbrochenes oder auch Fäkalien. Man findet einfach alles."

Er und sein Team sind im Schichtbetrieb im Einsatz, um die Karlsruher Innenstadt so gut wie möglich sauber zu halten. An einem Wochenende kommen allein dort über 20 Kubikmeter Müll zusammen. Dazu kommt noch der Müll, der in den Mülleimern gelandet ist. "So schlimm wie jetzt war es noch nie", sagt Wedlock, der seit zehn Jahren diesen Job macht.

Schlossgarten und Günther-Klotz-Anlage werden regelmäßig zu Müllhotspots

Auch die zuständige Karlsruher Bürgermeisterin Bettina Lisbach (Grüne) ist besorgt. "Die Situation hat sich verschärft", sagt sie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung seien personell am Limit. Parkanlagen wie rund um das Karlsruher Schloss sind besonders zeitaufwendig. Dort fällt der meiste Müll an, weil sich die Menschen dort treffen und aufhalten.

Frühling am schlimmsten

Sobald die Temperaturen es erlauben, zieht es viele nach draußen. Deswegen sei der Monat April einer der schlimmsten in Sachen Müllmenge, so das Amt für Abfallwirtschaft. Im Sommer würde sich das Problem dann auf einem hohen Niveau einpendeln.

Mehr Mülleimer und Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern

Mehr Mülleimer im Karlsruher Stadtgebiet und Aktionen für eine saubere Stadt waren bisher nur bedingt erfolgreich. Aktuell laufen beispielsweise die "Dreck-weg-Wochen". Die Idee dahinter: Gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern die Stadt im Frühjahr sauberer machen. Diese würden sich auch vermehrt beschweren.

Ursachen bekämpfen - Bürgermeisterin schreibt Verpackungssteuer noch nicht ab

In Tübingen hatte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) versucht, durch eine Verpackungssteuer den Müll in der Innenstadt zu reduzieren. "Wir wollten die Verpackungssteuer auch einführen", sagt Bettina Lisbach. Doch durch das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg ist diese Option erst mal vom Tisch.

Lisbach hält die Steuer aber nach wie vor für ein sinnvolles Instrument. Auch ein sogenannter Einwegkunststoff-Fonds werde überregional diskutiert. Hersteller würden Geld einbezahlen und Kommunen könnten das Geld dann verwenden, um vor Ort die Sauberkeit zu erhöhen.

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