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Egal ob man Debatten im Bundestag, am Stammtisch, bei der Familienfeier oder in den sozialen Medien beobachtet: konstruktive Streitgespräche finden immer seltener statt. Wie streitet man richtig? Eine Antwort hat vielleicht ein junger Karlsruher gefunden: Mit einem Spiel: "Streitet Euch!"

Da sitzen fünf Menschen im Kreis auf der Wiese vor dem Karlsruher Schloss und üben sich im Streiten. Anna, Nadine, Lukas, Ludwig und Micha. Die Argumente wogen hin und her, und doch geht es gesittet zu. Genau das will Lukas Springer mit seinem Spiel "Streitet Euch!" erreichen.

Die Box mit Spielkarten, Thesen und Anleitung ist seine Bachelor-Arbeit. Die Idee dazu kam ihm bei Diskussionen im letzten Jahr. Von Corona bis Rassismus wurden die Diskussionen immer härter. Mutmaßen und verurteilen statt sachlich diskutieren, die Pandemie hat diesen Trend noch verstärkt. Doch fast jeder kennt in seinem Bekanntenkreis jemanden, der plötzlich mit kruden Verschwörungstheorien um die Ecke kam.

Die Anleitung zum Spiel ist ein Buch (Foto: SWR)
Die Anleitung ist zugleich Bachelorarbeit

"Streitet Euch!" So geht das Spiel

Das Spiel geht über drei Runden. In der ersten nehmen die Spieler bestimmte Positionen ein, indem sie auf Fragen antworten. So erkennt jeder, wo er und wo die anderen stehen. In der zweiten Runde - der Aktion - geht es darum, bestimmte Themen zu diskutieren, seien es Waffenverkäufe oder die Frauenquote. In der dritten Runde schließlich wird reflektiert: Hat sich meine Meinung geändert? Habe ich was gelernt?

Spielkarten enthalten Thesen und Ratschläge (Foto: SWR)
Spielkarten enthalten Thesen und Ratschläge

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Wie streitet man richtig?

Als allererstes wäre da der Austausch von sachlichen Argumenten. Dann sollte man bereit sein, auch den eigenen Standpunkt zu verlassen, wenn die Argumente überzeugend sind. Generell gilt: Wertschätzend diskutieren, andere Meinungen gelten lassen.

Das Streitspiel gibts bisher nur als Prototyp (Foto: SWR)
Das Streitspiel gibts bisher nur als Prototyp

Ein Fall für Ravensburger?

Ob man sein Spiel irgendwann kaufen kann, hat sich Lukas noch nicht überlegt.  Er will nur die Diskussionen am Laufen halten,  das ist ihm wichtig. Ganz so, wie es Voltaire einmal sagte:

 „Mein Herr, ich teile ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie sie äußern dürfen.“

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