Luftaufnahme der Fieser-Brücke in Baden-Baden (Foto: Pressestelle, Stadt Baden-Baden)

Die Bevölkerung ist gespalten

Soll die Baden-Badener Fieserbrücke Fußgängerzone werden?

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Die Stadt Baden-Baden steht vor einer schwierigen Frage. Soll die bereits bestehende Fußgängerzone um den Bereich der sogenannten Fieserbrücke vor dem Kurhaus erweitert werden oder nicht?

Die Bevölkerung von Baden-Baden ist in zwei Lager gespalten. Während manche Bürgerinnen und Bürger eine Erweiterung der Fußgängerzone wollen, sind manche Geschäftsleute, auch Gastronomen, dagegen, die Fieserbrücke einzubeziehen.

Bürgerinitiative erreicht Bürgerentscheid

Die Fieserbrücke verbindet den Kurpark-Bereich mit der Innenstadt. Bisher dürfen auf dieser wichtigen Querverbindung zeitweise Autos fahren. In Zukunft könnte das aber verboten sein. Vor einiger Zeit hat sich eine Bürgerinitiative aus Geschäftsleuten, Gastronomen und einem Hotelier gegründet, die über 4.000 Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt hat.

Stadt soll attraktiver für Flaneure werden

Zu den Initiatoren gehört Thomas Meurer vom Restaurant "Le Bistro", das direkt an der Brücke liegt. Für ihn ist klar: Eine Fußgängerzone muss her. Die Stadt soll attraktiver für Flaneure werden. Ständiger Autoverkehr passe nicht ins Bild. Der morgendliche Lieferverkehr soll nach Meinung von Thomas Meurer aber erhalten bleiben. Die Geschäfte und Restaurants müssten schließlich versorgt werden.

Oberbürgermeisterin Mergen will Kompromiss

Die Stadt Baden-Baden hat sich in dieser Sache für einen Kompromiss ausgesprochen. Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) will, dass der Bereich Fieserbrücke parallel für alle Verkehrsteilnehmer nutzbar bleibt. Fußgänger und Radfahrer sollen tagsüber den Vorrang haben – abends und in den frühen Morgenstunden sollen aber auch, wie bisher, Autofahrer passieren dürfen.

Arbeitgeber befürchten Umsatzeinbruch

Ähnlich sieht das auch einer der größten Arbeitgeber in der Fußgängerzone, Franz-Bernhard Wagener. Er betreibt zwei große Einkaufshäuser mit rund 250 Mitarbeitern. Er findet, der Bereich im Herzen der Stadt an der Fieserbrücke dürfe keine kompromisslose Fußgängerzone werden. Der Verkehr müsse fließen können, andernfalls "flaniere sich Baden-Baden zu Tode", so Wagener. Wenn man die Autofahrer vollends vergraule, bedrohe das den Handel in seiner Existenz.

Bürgerentscheid am Tag der Bundestagswahl

Nun haben es die Bürgerinnen und Bürger selbst in der Hand. Am Tag der Bundestagswahl am 26. September können die Einwohner dann per Bürgerentscheid auch über das Thema Fußgängerzonen-Erweiterung in Baden-Baden abstimmen.

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