Eine Sirene vor blauem Himmel mit Wolken (Foto: SWR)

Warnsystem für Katastrophen

Im Landkreis Karlsruhe heulen die Sirenen

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Am Donnerstag sind im Landkreis Karlsruhe mehr als 250 Sirenen in Städten und Gemeinden getestet worden. Um 11 Uhr waren von überall die Warntöne der Sirenen zu hören.

Mit dem Test sollte sichergestellt werden, dass bei Katastrophen die Warnung und Alarmierung der Bevölkerung auch wirklich funktioniert. Um 11 Uhr waren dann im Landkreis unter anderem in Bruchsal oder Stutensee die Sirenen zu hören. Der Testlauf erfolgte in drei Stufen: erst war der Sirenenton für Entwarnung zu hören, ein einminütiger gleichbleibender Dauerton. Dann folgte das Signal "Warnung der Bevölkerung", ein auf- und abschwellender Heulton von einer Minute. Danach nochmal die Entwarnung durch die Sirenen.

"Alle Sirenen wurden pünktlich um 11 Uhr ausgelöst."

Insgesamt wurden in Stutensee am Donnerstag zeitgleich 20 Sirenen ausgelöst, erklärt Thomas Schoch vom zuständigen Ordnungsamt.

Modernes Sirenen-Netz

Im Stadtkreis Karlsruhe ist das Sirenen-Netz inzwischen komplett modernisiert. Von den alten, mechanischen Sirenen sieht man höchstens noch etwas im Museum. Stattdessen gibt es auf mehreren Dächern in der Stadt hochmoderne Sirenen-Türme, die jeweils einen großen Bereich beschallen.

SWR Reporter Johannes Stier war beim Sirenen-Test dabei:

Insgesamt 59 davon gibt es aktuell, eine 60. Sirene kommt noch dazu. Ihr Einsatz ist dabei für konkrete Gefahrensituationen vorgesehen - zum Beispiel die Menschen vor einer Schadstofffreisetzung zu warnen.

"Stutensee legt schon seit Jahren großen Wert drauf, dass wir dieses Alarmierungssystem mit den Sirenen beibehalten. Alle zwei Jahre findet eine technische Überprüfung statt - unsere Sirenen sind also immer einsatzbereit.“

Damit die Sirenen auch einwandfrei funktionieren, werden sie alle zwei Jahre technisch überprüft, erklärt Schoch.

Neue Diskussion um Sirenen

Nach der Flutkatastrophe im Juli sind Warnsysteme wie Sirenen wieder in der Diskussion. Der Test der Sirenen im Landkreis Karlsruhe ist ein Ersatz für den bundesweiten Sirenen-Warntag, der dieses Jahr ausgesetzt wurde.

"Die Auslösung erfolgte spätestens nach acht Minuten und damit um bis zu 22 Minuten schneller als beim letztjährigen Warntag"

Damals hatte sich herausgestellt, dass es wegen technischer Begrenzungen bei der Aktivierung der Sirenen zu Verzögerungen von bis zu 30 Minuten gekommen ist. Daraufhin hatte das Landratsamt Karlsruhe den Gemeinden fünf ergänzende Sammelalarme zur Verfügung gestellt: Einen Gesamtalarm, um alle Sirenen gleichzeitig auslösen zu können sowie vier regionale Warnzonen.

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