Große Fabrikhalle aus Beton und Stahl im Rohbau (Foto: SWR)

Bau einer "intelligenten Fabrik"

SEW Eurodrive: Millioneninvestitionen in Graben-Neudorf zum Jubiläum

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Jürgen Essig

SEW Eurodrive in Bruchsal und Graben-Neudorf feiert in diesem Jahr 90. Geburtstag. Derzeit erneuert das Unternehmen für rund 650 Millionen Euro seinen Standort in Graben-Neudorf.

Am 13. Juni 1931 gründet der Bankkaufmann Christian Pähr die "Süddeutschen Elektromotoren Werke", SEW, in der Württembergerstraße in Bruchsal. Verschiedene Elektro- und Getriebemotoren, eine Elektro-Bandsäge, ein Hobler, eine Elektro-Kreissäge und Schleifmotoren waren die ersten Produkte des Unternehmens.

Von Getriebemotoren bis hin zu komplexen Antriebslösungen liefert das Unternehmen heute in alle Welt. Viele Produkte entstehen im SEW-Werk in Graben-Neudorf. Das wird derzeit von Grund auf erneuert. 650 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen diese Modernisierung kosten, sagt Geschäftsführer Johann Soder. Zunächst entstanden in Graben ein neues Parkhaus, eine Energiezentrale und nun ist der Rohbau der Halle Nord bereits deutlich zu erkennen.

Der Kundenauftrag sucht sich seinen Weg durch die Fabrik

Auf 75.000 Quadratmeter wird eine hochmoderne Fertigung für Ritzel, Wellen und Zahnräder entstehen. Dabei soll sich das neue Werk deutlich von seinen Vorgängern unterscheiden. "Das wird eine smarte Fabrik", sagt Johann Soder, "in der sich der Kundenauftrag seinen Weg durch die Fabrik selbst sucht". Er spricht mit Maschinen, verhandelt seine Bearbeitung und sucht sich seinen Monteur.

Neue Energiezentrale des SEW-Werkes in Graben-Neudorf (Foto: SWR)
Neue Energiezentrale des SEW-Werkes in Graben-Neudorf

Bis zum Jahr 2023 soll die neue Fabrik fertig sein. Das ist ein riesiges Invest-Volumen auch in Maschinen und Anlagen, so Johann Soder. Eine hochmoderne Fabrik nach Industrie 4.0. Eine Fabrik, die natürlich auch den großen Themen unserer Zeit, Klimawandel und Nachhaltigkeit, standhalten soll.

Neue Energiezentrale sorgt für weniger Emissionen

Der "Grean Deal" der Europäischen Union werde Auflagen bringen, CO2-Werte, Emissions-Abscheidungen und alles was dazugehört,denkt der Firmenchef. Deshalb sei eine neue Energiezentrale für das SEW-Werk Graben entstanden, mit Blockheizkraftwerken und vielen Solaranlagen auf den Dächern der Fabrikhallen.

"Unser Ziel ist es, auf fünf Milliarden Euro Umsatz zu wachsen".

Um für die Zukunft gerüstet zu sein wird nicht nur in Bruchsal und Graben-Neudorf gebaut. Weltweit investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben in seine Produktionsstätten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei hat SEW-Eurodrive Corona bisher ohne Kurzarbeit überstanden. Dafür macht der Rohstoffmangel, vor allem im Elektronikbereich, dem Unternehmen derzeit schwer zu schaffen.

Mit der Modernisierung der Standorte habe man die Grundlagen geschaffen, um gut in die Zukunft zu kommen, sagt Johann Soder. Es sei nun an der jungen Generation, diesen Grundstein weiter auszubauen, wenn man weltweit weiter erfolgreich sein will.

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