Stechmücke mit rotem Leib auf einem Arm (Foto: IMAGO, Bernd Friedel)

Besonders viele Stechmücken durch besonders viel Regen

Schnakenplage am Rhein bei Rastatt so schlimm wie schon lange nicht

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Hannah Radgen

Das bisher regenreiche Jahr hat allen Pflanzen gut getan - der Brut vieler Stechmücken aber auch. Im August mussten sich die Bewohner am Rhein mit so vielen Schnaken herumschlagen, wie schon lange nicht mehr.

Ohne Schutz geht es für die Forstarbeiter im Auwald bei Ottersweier-Unzhurst (Kreis Rastatt) gar nicht mehr. Insektenschutzmittel und Schutzkleidung gehören zum Arbeitsalltag dazu. Die Forstarbeiter müssen die jungen Baumneuanpflanzungen im Auwald vom Unkraut befreien.

"Die letzten Wochen waren schon extrem. Ohne Kittel oder Material zum Einsprühen ist es sehr belastend."

Besonders wenn die Maschinen betankt werden, und die Schutzkleidung kurz abgelegt wird, sei das Ausmaß der Plage zu spüren. 50 bis 70 Schnaken am Arm seien keine Seltenheit, erzählt Schemel.

Forstarbeiter mit orangefarbener Schutzkleidung, Schutzhelm mit Visir und Elektrosenze bei Rückschnittarbeiten im Auwald bei Ottersweier-Unzhurst (Foto: SWR)
Forstarbeiter bei Rückschnitt- und Pflegearbeiten im Auwald bei Ottersweier-Unzhurst

Auch die Gastronomie leidet unter der Schnakenplage

Der Gastronomie am Rhein machen die Schnaken ebenfalls zu schaffen. Draußen sitzen sei zeitweise unmöglich gewesen und die Gäste seien geflüchtet, berichtet die Leiterin des "Zollhaus" in Au am Rhein.

Regen sorgt für optimale Brutbedingungen

Klaus Vollmer, der Revierleiter im Gemeindewald Ottersweier und Claus Erbacher, der Bezirksleiter des Forstamtsbezirks Bühl haben den Wald Jahr für Jahr im Blick. Dieses Jahr war es besonders extrem, wie sie berichten. Zu den vielen Niederschläge kam noch der hohe Grundwasserpegel. Außerdem wirke die Tonschicht im Boden hier wie eine Abdichtung und sorge für optimale Brutbedingungen für die Stechmücken, so Erbacher.

"Wir hatten hier noch nie so viele Wasserflächen wie dieses Jahr."

Kein Zugang für die Schnaken-Bekämpfer der KABS

Solche Brut-Hot-Spots werden eigentlich von der KABS, der "Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage" ausgemacht und die Larven frühzeitig beseitigt. Dieses Jahr lief auch für sie einiges anders als zuvor. Sieben von acht Hochwasserspitzen habe man erfolgreich gemeistert und dafür sorgen können, dass die Stechmückenbelastung für die Gemeinden ausblieb, so Dirk Reichle von der KABS.

Die achte Hochwasserspitze war dann das Problem. Die Auen seien von Hauptdamm zu Hauptdamm überflutet gewesen. Über mehrere Tage konnten die KABS Mitarbeiter über die Außendeiche nicht hinein. Zudem arbeitet die KABS mit einem speziellen Mittel, dass nur in einem bestimmten Larvenstadium wirkt. Als man die Flächen endlich habe kontrollieren können, waren die Larven bereits verpuppt und eine Bekämpfung nicht mehr möglich.

"Es war ja Land unter, der Rhein war eine riesen Seenlandschaft."

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Hannah Radgen