Ethnografische Sammlung im Pforzheimer Schmuckmuseum (Foto: SWR, Peter Lauber)

Amulettkästchen aus Tibet neben Schmuck aus Pforzheim

Pforzheimer Schmuckmuseum präsentiert Sammlung Herion neu

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Peter Lauber
Johannes Stier

Mehr als 40 Jahre lang haben die Pforzheimer Schmuckfabrikanten Eva und Peter Herion Schmuck aus aller Welt gesammelt. Die Preziosen werden jetzt in neuer Form präsentiert.

Perlmutt-Brustschmuck aus dem Hochland Papua-Neuguineas aus der Mitte des 20.Jahrhunderts neben einem halbmondförmiger Lunula-Anhänger aus dem antiken Griechenland. Ein türkisfarbenes Amulettkästchen aus Tibet neben Preziosen der Pforzheimer Schmuckindustrie.

Gewollt andere Zusammenstellung

In den Vitrinen der neugestaltete  Sammlung im Pforzheimer Schmuckmuseum scheint ein wildes Durcheinander zu  herrschen. Alt neben neu, Afrika neben Asien und Europa. Und dennoch passt alles auf eigenartige Weise zusammen.

Ordnung nach Formen, Farben und Materialien

In der neugestalteten ethnografischen Sammlung sei die Aufteilung in Epochen und Kulturen aufgehoben, sagt Museumsleiterin Cornelie Holzach. Allein nach Formen, Farben und Materialien seien die Exponate angeordnet. Das Gemeinsame, das Schmückende, soll betont werden, nicht das Trennende.

"Wir lösen gängige Kategorien wie Epochen, chronologische Anordnung oder die Gegenüberstellung von Fremdem und Vertrautem komplett auf. Es geht darum, den Schmuck an sich ins Zentrum zu rücken."

Ethnografische Sammlung im Pforzheimer Schmuckmuseum (Foto: SWR, Peter Lauber)
Peter Lauber

Bein Betreten der Ausstellung wird das Auge des Besuchers in die Mitte des Raumes gelenkt. Dort steht die zentrale Vitrine, die von der Decke bis zum Boden reicht. Darin eine Art Schmuckwolke mit einer Fülle an Goldschmuck jeglicher Art. Ein echter Hingucker in der Art eines Wimmelbildes, Besucher können immer wieder Neues entdecken.

Goldschmied, Sammler und Weltreisender

Rund 450 ganz unterschiedliche Schmuckstücke umfasst die Sammlung der vor wenigen Jahren verstorbenen Stifter Peter Herion und seine Frau Eva. Peter Herion (1934 bis 2019) war nicht nur Goldschmied und Unternehmer, sondern auch leidenschaftlicher Sammler und Weltreisender.

Auf der ganzen Welt Schmuck zusammengetragen

Zu Beginn der siebziger Jahre beginnt das Ehepaar vor allem Afrika, den Nahen Osten und Ostasien zu bereisen. Dabei sammeln sie Schmuck der dort lebenden Völker. Die Sammlung war erst eine Dauerleihgabe und gehört inzwischen zum Bestand des Museums. Knapp die Hälfte davon wird jetzt mit dem neuartigen Konzept präsentiert. Zusätzlich soll es bald eine digitale Plattform geben, auf der die Nutzer durch die Zeiten und Länder reisen und selbst den Schmuck ausprobieren können.



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„Schmuck ist ein uraltes Menschheitsthema“ sagt Cornelie Holzach, die Direktorin des Schmuckmuseums Pforzheim. Aus welchen Gründen und zu welchen Anlässen Menschen Schmuck tragen und getragen haben, ist in allen Teilen der Welt ähnlich. Und auch die Muster und die Formensprache des Schmucks gleichen sich oft auf erstaunliche Weise. Die Direktorin hat mit ihrem Team für die neukonzipierte Präsentation überraschende und reizvolle Zusammenstellungen von Schmuckstücken aus aller Welt ausprobiert. Außerdem soll jetzt auch die Herkunft einiger Schmuckstücke aus Afrika genau untersucht werden.  mehr...

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