Elterntaxis sind an einer Bruchsaler Schule ein Problem  (Foto: IMAGO, IMAGO / Michael Gstettenbauer)

Aktion der Hebelschule

Problem Elterntaxi in Bruchsal: Sicher zur Schule geht auch anders

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AUTOR/IN
Fabiola Germer

Kinder sollen gut in der Schule ankommen und das geht doch am sichersten mit dem eigenen Auto. Davon sind viele Eltern überzeugt, doch das Gegenteil ist häufig der Fall.

An der Hebelschule in Bruchsal (Landkreis Karlsruhe) reihen sich jeden Morgen Elterntaxis in langen Autoschlangen. Insgesamt gibt es drei Aktionen an Schulen in Bruchsal, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Das Bündnis für Familie hat die Aktionen angestoßen. Umgesetzt werden sie zusammen mit Polizei, Stadt, Schulen und Eltern.

Polizisten kontrollieren Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, an der Hebelschule in Bruchsal (Foto: SWR)
Das Elterntaxi fährt vor, Polizisten kontrollieren die Autos der Eltern.

Bei der Aktion am Mittwochmorgen sprechen Polizisten die im Auto sitzenden Eltern direkt an und machen auf die gefährlichen Situationen aufmerksam. Auch die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick spricht von einem großen Problem, dem man mit dieser weiteren Aktion entgegentreten möchte.

Was ist das Gefährliche an Elterntaxis?

Laut Hauptkommissar Ralf Schäfer halten die Eltern direkt vor der Schule, um die Kinder rauszulassen. Das sei aber der falsche Ort zum Parken. "Es ist nicht verboten, vor der Schule zu halten und sein Kind rauszulassen, aber es führt zu Chaos und gefährdet sowohl die eigenen Kinder, als auch die anderen auf der Straße." Durch viele Autos wird es schnell sehr eng vor der Schule. Kinder können dann leicht übersehen werden, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Straße überqueren wollen.

"Man nimmt den Kindern die Selbstständigkeit weg."

Tipps für einen sicheren Schulweg ohne Elterntaxi

Die Arbeitsgruppe "Sichere Schulwege" und die Polizei sind sich einig: Sie raten den Eltern zum Beispiel Lauftreffs zu organisieren und sich so zusammenzuschließen. "So können die Kinder gemeinsam mit anderen zur Schule laufen, sie haben Bewegung und frische Luft. Und die Eltern können sich abwechseln", sagt Simone Stahringer. Sie ist ehrenamtliches Mitglied der Arbeitsgruppe und selbst Mutter zweier Kinder.

SWR Reporter Andreas Fauth war bei der Aktion in Bruchsal dabei:

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"Kinder wachsen daran, wenn sie alleine gehen dürfen. Sie sollten einen Vertrauensvorschuss bekommen."

Für diejenigen die trotzdem nicht auf das Auto verzichten können oder wollen, könnten sogenannte Elternhaltestellen errichtet werden, erklärt Stahringer. Konkrete Planungen gäbe es aber noch nicht. Außerdem wäre es schon hilfreich, wenn Eltern etwa 500-600 Meter vor der Schule halten würden, damit die Kinder noch etwas laufen können.

"Das macht den Kindern Spaß, es gibt Bewegung und frische Luft."

Eltern sollen sensibilisiert werden

Die Sorge der Eltern, dass ihre Kinder sicher zur Schule kommen, kann Stahringer sehr gut nachvollziehen. Allerdings gefährden sie ihre eigenen und andere Kinder, sagt sie. Sie wünscht sich, dass Eltern für das Thema sensibilisiert werden und ihre Kinder häufiger zur Schule laufen, wenn es möglich ist.

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Fabiola Germer