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Der Automobilzulieferer Schaeffler will bis Ende 2022 bis zu 4.400 Stellen in Deutschland und Europa abbauen, gleichzeitig aber den Standort Bühl zum Kompetenzzentrum für E-Mobilität ausbauen.

Die anhaltende Krise in der Automobilindustrie, ausgelöst durch den Wandel hin zur Elektromobilität und die Corona-Pandemie, mache weitere strukturelle Maßnahmen nötig, teilte Schaeffler mit. So werden nach einem Beschluss des Vorstands der Stellenabbau fortgeführt, Überkapazitäten abgebaut und Standorte umstrukturiert.

Inwieweit der Standort Bühl mit derzeit gut 5.000 Beschäftigten von einem Stellenabbau betroffen ist, ist noch unklar, allerdings sollen auch hier zum Beispiel Verwaltungsbereiche abgebaut werden. Es müssten zunächst Mitarbeiterversammlungen durchgeführt und mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden.

500 neue Stellen in Bühl geplant

Neben dem Abbau von Stellen ist nach Unternehmensangaben aber auch die Stärkung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit durch den Ausbau lokaler Kompetenzen geplant. Der Standort Bühl soll als Kompetenz-Zentrum für E-Mobilität und die Serienfertigung von Elektromotoren ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang sollen 500 zusätzliche Stellen entstehen, die ursprünglich für das Werk in Ungarn vorgesehen waren.

Die IG Metall Offenburg begrüßt die Vereinbarung zwischen Schaeffler und der Gewerkschaft, in Zukunft am Standort Bühl Elektromotoren zu bauen. Dies sei der richtige Schritt für die Zukunft, heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig zeigt sich die Gewerkschaft entsetzt über das angekündigte Sparprogramm.

Schaeffler will bis zu 300 Millionen Euro jährlich einsparen

Das Maßnahmenpaket der Schaeffler Gruppe soll zu Einsparungen in Höhe von 250 bis 300 Millionen Euro jährlich führen, die wiederum in Zukunftstechnologien investiert werden sollen. Die Umsetzung des Maßnahmenpakets erfolgt laut Unternehmen sozialverträglich auf Basis der Zukunftsvereinbarung, die 2018 mit der IG Metall geschlossen wurde.

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