Saeid Fazloula in seinem Kanu im Wasser. (Foto: Rheinbrüder Karlsruhe)

Saeid Fazloula von den Rheinbrüdern

Karlsruher Kanute hofft und bangt um seine Heimat Iran

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AUTOR/IN
Jürgen Essig

Der Karlsruher Kanute Saeid Fazloula ist 2015 aus dem Iran geflohen. Er verfolgt die Proteste in seinem Heimatland mit Sorge um seine Familie und mit Hoffnung für sein Volk.

Saeid Fazloula stammt aus Bandar Anzali, einer Hafenstadt am Kaspischen Meer. Derzeit schaut er mit Sorge, aber auch mit Hoffnung auf den Iran. Denn die Unruhen sind Ausdruck der Unzufriedenheit der Bevölkerung, sagt er.

"Ich hoffe, dass es weitergeht, denn die Menschen haben keinen Bock mehr auf diese iranische Regierung!"

Die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen Protestierende im Iran sorgt für immer schärfere Kritik. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte beklagt, dass zeitweise mit scharfer Munition geschossen wurde. Es gab bisher nach offiziellen Angaben 41 Tote.

Menschen sind dafür gestorben, dass sich etwas ändert

"Die Menschen im Iran sind mit wenig zufrieden, denn sie leben seit 50 Jahren unter dem Druck des Regimes", so der Sportler weiter. Dafür seien auch einige gestorben. Wenn sich durch die Proteste etwas ändert, dann habe sich das auch wirklich gelohnt, sagt der Kanute der Rheinbrüder, der inzwischen als Fitness-Kaufmann in Karlsruhe arbeitet.

Mit Hoffnung verfolgt er das Geschehen in seiner Heimat. Gleichzeitig hat er aber auch Angst um seine Eltern und seine Schwester, die dort noch leben. In den ersten fünf Tagen der Protestwelle gab es keinen Kontakt zu seiner Familie, inzwischen konnten sie per Telefon miteinander reden. Vor allem, wenn es dunkel werde, komme es überall zu Protesten, erzählt Saeid Fazloula.

Im Iran könne es jeden treffen

Was der jungen Frau, Mahsa Amini, widerfahren sei, könne jedem passieren. Sie starb nach der Festnahme durch die iranische Sittenpolizei im Gefängnis. Deshalb gebe es derzeit die Proteste, denen von Regierungsseite mit Gewalt durch die Sicherheitskräfte begegnet werde, sagt Saeid Fazloula.

"Wir brauchen Eure Unterstützung. Wir wollen sehen, dass Ihr an unserer Seite steht, weil davor hat das iranische Regime Angst. Das ist das Gute. Ich hoffe, es klappt!"    

Die Menschen, Polizei, Militär, alle hätten Angst, denn die Gewalt des Systems könne jeden jederzeit treffen, auch ihn in Deutschland. Als erfolgreicher Kanute ist er nicht nur hier, sondern auch im Iran bekannt.

Er bekomme Anrufe, in denen er gewarnt werde, doch besser zu schweigen. Doch das hat Saeid nicht vor. Er will seine Stimme für die Freiheit seines Volkes erheben und er hofft, dass er damit nicht alleine ist.

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