Russen in Pforzheim-Haidach sind müde von Putins Krieg (Foto: SWR)

Angespannte Stimmung auf dem Haidach

Viele Russen in Pforzheim unterstützen Putin - aber nicht den Krieg

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Mathias Zurawski
Mathias Zurawski (Foto: SWR)
Rebekka Plies
Ein Bild von Rebekka Plies (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Teilmobilmachung. Drohung mit Atomwaffen. Russlands Krieg gegen die Ukraine könnte sich zuspitzen. Menschen mit russischen Wurzeln beobachten die Entwicklung genau, auch in Pforzheim-Haidach.

Auf dem Haidach leben besonders viele Menschen, die aus Russland stammen. Sehr viele von ihnen unterstützen die Politik Russlands und Putins Krieg gegen die Ukraine. Aber die Kriegsmüdigkeit ist spürbar.

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Russlands Krieg ist ein heikles Thema

Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt mit russischen Lebensmitteln beeilt sich die Russin, mit ihren Einkäufen zum Auto zu kommen. Nein, über den Krieg in der Ukraine wolle sie eigentlich nicht sprechen. Das sei Politik, und Politik sei nicht ihre Sache. Und dann beginnt sie doch, sehr betroffen über den Krieg zu reden. Sie wolle ihn nicht, beteuert sie. Egal auf wessen Seite man steht. Krieg sei keine gute Sache.

"Ich will keinen Krieg in dieser Welt! Es soll ruhig werden!"

Viel Verständnis für russische Politik gegen NATO und USA

Tatsächlich stehen hier immer noch die meisten Russlanddeutschen und die anderen mit engen Beziehungen nach Russland auf der Seite Putins. Sie machen die NATO und vor allem die USA verantwortlich für den Krieg in der Ukraine. Diplomatie sei nicht mehr möglich, hört man. Der Krieg sei unumgänglich. Russland wehre sich nur, sagt einer. Deswegen sei auch die Teilmobilmachung der richtige Schritt, um auf diese Weise die russische Grenze zu schützen.

"Putin muss die Grenze schützen. Und er hat nicht genug Militär."

Keine jungen Menschen opfern - Kriegsmüdigkeit nimmt zu

Trotz der Sympathie für Putins Politik unterstützen nur sehr wenige russischstämmige Menschen in Pforzheim den Krieg an sich. Die Bombardierungen in der Ost-Ukraine dauerten schon zu lange, die Menschen dort seien müde, sagt einer.

"Die russische Regierung und die deutsche Regierung, die sollen kämpfen. Aber nicht junge Leute in den Krieg schicken!"

Ein anderer, der schon seit 30 Jahren in Deutschland lebt, spricht von der Verantwortung der Politiker. Wegen deren Fehler würden junge Menschen nutzlos an die Front geschickt und geopfert. Es sei Zeit, dass damit Schluss ist, betont er. Auch wenn er eigentlich ein Befürworter der russischen Politik ist.

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