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Im Murgtal (Kreis Rastatt) drohte ein sechs Tonnen schwerer Felsbrocken auf Bahngleise zu stürzen, die Strecke wurde gesperrt. Eine Spezialfirma löste das Problem, auf ungewöhnliche Art und Weise.

Es war ein ungewöhnlicher und spektakulärer Einsatz mit einer Vorgeschichte. Bereits am Montag löste sich Gestein aus der Felswand und rutschte Richtung Gleise. Die 200 bis 300 Kilogramm konnten allerdings mit einem Spezialbagger beseitigt werden.

Felsbrocken drohte auf Bahngleise zu stürzen

Drei Tage später wurde der Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen Hilpertsau (Gemeinde Gernsbach) und Langenbrand (Gemeinde Forbach) genauer begutachtet und dabei fiel auf, dass ein Fels aus Granit drohte sich aus dem Hang zu lösen. Dazu kam, dass der Felsbrocken augenscheinlich instabil war, er wies bereits Risse auf. Die darunter verlaufende Bahnstrecke musste sofort gesperrt werden, der Fels konnte jederzeit abstürzen.

Eine Spezialfirma aus dem Schwarzwald wurde hinzugerufen und verglich mehrere Optionen: Die Arbeiter könnten den Brocken mit Beton auffüllen und so stabilisieren, man könnte Netze spannen, um den Bereich zu sichern oder das Gestein sprengen.

Fels sollte kontrolliert zerschellen

Letztendlich entschied man sich für eine andere, etwas ungewöhnliche Lösung: Der Felsbrocken sollte kontrolliert abgelassen werden. Dabei sollte er wegen seiner Instabilität in sich zerfallen. Eine zwölf Meter lange Betonwand sollte den Aufprall abfangen.

Mit massivem Werkzeug legten die Arbeiter den Felsbrocken frei und hebelten ihn aus dem Hang heraus. Gegen 22 Uhr rollte der Koloss Richtung Tal, zerfiel in kleinere Teile und zwei Stunden später war die Strecke wieder frei. Der Einsatz war geglückt.

In den nächsten Tagen wird geklärt, ob dieser Abschnitt noch zusätzlich gesichert werden muss. Die Züge fahren wieder planmäßig.

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