STAND

An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlsruhe sollen Studierende zukünftig Radverkehr studieren können. Am Donnerstag übergab Bundesverkehrsminister Scheuer die Förderbescheide.

Neben Karlsruhe bekamen sechs weitere Städte die Bundesförderung für eine solche Professur. Das Ziel des neuen Studiengangs ist, das Fahrrad als zukünftiges Verkehrsmittel zu fördern und den Radverkehr somit attraktiver zu machen. Gemeinsam mit Studierenden soll herausgefunden werden, welche Rolle das Fahrrad künftig im alltäglichen Straßenverkehr spielen soll und kann. Das Studienfach rund um das Fahrrad soll als Master-Studiengang aufgebaut werden.

Fahrrad mit Messinstrumenten soll Daten liefern

Die Schwerpunkte des Studiengangs sind von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. In Karlsruhe will man sich genauer in die Sicht eines Radfahrers hineinversetzen. Ein speziell ausgerüstetes Fahrrad filmt dazu den Verkehr während der Fahrt und misst außerdem den Kraftaufwand oder das Wetter. Die Ergebnisse sollen dann unter anderem zeigen, wie Stresssituationen für Radfahrer entstehen.

Forschung am Fahrrad selbst noch nicht zu Ende

Außerdem wolle man in Karlsruhe die gesamte Fahrradkultur erforschen, also auch die Entwicklung am Fahrrad selbst, sagt einer der Antragsteller der Professur, Christoph Hupfer. "Auch wenn das Fahrrad 200 Jahre alt ist, wird es immer noch weiterentwickelt", so sein Kollege Jochen Eckart. Das sei auch einer der Gründe, diesen Studiengang ins Leben zu rufen.

"Es gibt Rätsel, die immer noch nicht gelöst sind: Warum fährt das Fahrrad wirklich? [...] Was bringt Leute zum Fahrrad fahren? Was ist die beste Infrastruktur, die wir bauen können?"

Jochen Eckart, Professor für Verkehrsökologie an der Hochschule Karlsruhe

Fahrradstadt Karlsruhe sei idealer Standort

Karlsruhe sei für die Weiterentwicklung des Rades der perfekte Standort, so Christoph Hupfer. Auch wenn Karlsruhe vom ADFC als fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands ausgezeichnet wurde, sieht er noch Verbesserungspotenzial: "Die beste deutsche Fahrradstadt hat im Schnitt die Note 3,1. Das zeigt, dass da noch Luft nach oben ist." Auch das soll sich mit dem neuen Studiengang ändern.

Stiftungsprofessuren werden deutschlandweit vergeben

Das Bundesverkehrsministerium vergibt Stiftungsprofessuren an insgesamt sieben Hochschulen in Deutschland. Dazu gehören neben der Hochschule Karlsruhe die Bergische Universität in Wuppertal, die Hochschule RheinMain in Wiesbaden, die Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel, die Technische Hochschule Wildau, die Universität Kassel sowie die University of Applied Sciences in Frankfurt. Karlsruhe ist somit die einzige Stadt in Baden-Württemberg mit einer solchen Professur.

Die Förderung ist Teil des Nationalen Radverkehrsplans 2020. Die Hochschule Karlsruhe wird vom Bund mit 1,3 Millionen Euro unterstützt. Wann der erste Studiengang in Karlsruhe startet ist noch unklar. Zunächst wird die Professur ausgeschrieben.

Mehr zum Thema

Hochschule Karlsruhe bekommt Stiftungsprofessur Radverkehr wird künftig in Karlsruhe erforscht

Die Hochschule Karlsruhe bekommt eine vom Bund geförderte Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Radverkehr. Sie ist eine von sechs Institutionen deutschlandweit, die die Förderung erhalten hat.  mehr...

Mobilität in Baden-Württemberg Verdi will Unterstützung für Rad-Pendler

Landesangestellte, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, sollen finanziell unterstützt werden - das fordert die Gewerkschaft Verdi. Für die Beamten gibt es bereits ab Sommer ein Leasingangebot.  mehr...

Erster Radkongress des Landes in Kornwestheim Mehr Radverkehr: So will Hermann Autofahrer zum Umstieg bewegen

Jeder fünfte Verkehrsteilnehmer in Baden-Württemberg soll bis 2030 Radfahrer sein. Das strebt die Landesregierung an. Wie das gelingen soll, diskutieren Experten am Montag in Kornwestheim. Dass das auf Kosten der Autofahrer geht, stellte Verkehrsminister Hermann klar.  mehr...

STAND
AUTOR/IN