Die Angeklagten im Prozess um versuchten Raub mit Todesfolge vor dem Landgericht Karlsruhe. (Foto: SWR)

Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig

Karlsruher Schwurgericht: Prozess nach tödlichem Überfall auf Rentner in Pforzheim

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Im Prozess um einen tödlichen Überfall in Pforzheim haben sich die beiden Angeklagten vor dem Karlsruher Landgericht gegenseitig beschuldigt. Sie sollen einen 66-Jährigen überfallen und getötet haben.

Er habe mit den tödlichen Tritten gegen den Kopf nichts zu tun, beteuerte der 33-jährige Angeklagte zum Prozessauftakt vor dem Schwurgericht des Karlsruher Landgerichts. Er gab seinem drei Jahre älteren vermeintlichen Komplizen die Schuld. Auch der wies die Schuld von sich. Er habe gesehen, wie der andere das Opfer gegen der Kopf getreten habe.

Angeklagt wegen Raub mit Todesfolge

Die beiden Männer sollen im November 2020 den 66-Jährigen auf offener Straße in der Pforzheimer Innenstadt überfallen haben. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wollten sie den Rentner berauben. Das Opfer trug zum Zeitpunkt der Tat laut Zeugenaussagen einen Karton mit einem neuen Mikrowellengerät, das in einer Wohnung im Pforzheimer Stadtzentrum aufgestellt werden sollte. Die beiden Männer sollen plötzlich auf den 66-Jährigen zugerannt sein, ihn umgestoßen und mehrfach gegen den Kopf getreten haben.

Von wem kamen die tödlichen Tritte?

Eine Zeugin schilderte den Vorgang am ersten Prozesstag detailliert. Die Frau, die das Opfer in die Wohnung begleiten wollte, konnte allerdings nicht sagen, welcher der beiden Männer auf den am Boden liegenden Rentner eingetreten hat. Beide Männer, so die Zeugin, trugen während des Überfalls Corona-Schutzmasken oder Sturmhauben.

Prozessauftakt gegen zwei Männer wegen Raubes mit Todesfolge vor dem Karlsruher Schwurgericht (Foto: SWR)
Prozessauftakt gegen zwei Männer wegen Raubes mit Todesfolge vor dem Karlsruher Schwurgericht

Die beiden Angeklagten verstrickten sich am ersten Verhandlungstag in Widersprüche. So hat einer der Angeklagten laut Gericht die gemeinsame Tat gegenüber Freunden im Vorfeld der Verhandlung zugegeben. Zum Prozessauftakt wurde diese Darstellung von dem 33-Jährigen jedoch widerrufen.

Internationale Suche nach den Tätern

Die beiden Männer gaben an, befreundet zu sein und regelmäßig Freizeit miteinander verbracht zu haben. Am Tag der Tat sollen auch Drogen konsumiert worden sein. Nach dem tödlichen Überfall setzten sich beide nach Italien ab, wo sie später mit internationalem Haftbefehl festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert wurden.

Für den Prozess vor dem Schwurgericht der Karlsruher Landgerichts sind insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 14. April verkündet werden.

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