In Karlsruhe werden in Straßenbahnen und Bussen die Fahrgäste kontrolliert (Foto: SWR, SWR)

Smartphone statt Viererkarten

KVV reagiert auf Kritik an der Abschaffung der Stempelkarten

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AUTOR/IN
Jürgen Essig

Die Abschaffung der Stempelkarten durch den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sorgt seit Wochen für Proteste der Kunden. Der KVV will alternative Lösungen anbieten.

Kommt ein Chipkartensystem für Fahrkarten oder sind vielleicht vordatierte Einzelkarten die Lösung für den KVV? Mit Blick auf die Tageskarten ist auch im Gespräch, ob zwei weitere Preisstufen eingeführt werden könnten, um benachteiligte Nutzergruppen besser zu stellen. Diese und noch weitere Lösungsansätze wurden in einem Workshop des KVV am Montagnachmittag diskutiert.

Abschließende Entscheidung erst Mitte März

Eine abschließende Entscheidung wurde aber nicht getroffen. Erst am 11. März will der Aufsichtsrat abschließend darüber entscheiden. Der Karlsruher Gemeinderat wird sich am Dienstag mit der Abschaffung der Stempelkarten befassen.

Zahlreiche Interessengruppen, darunter Abgeordnete, Senioren- und Elternbeiräte, eine Kundeninitiative, Vertreter der Karlsruher Liste und der Freien Wähler im Kreistag und im Karlsruher Gemeinderat und der Gemeinderat von Pfinztal, haben sich inzwischen für den Erhalt der Stempelkarten ausgesprochen.

Menschen ohne Smartphone werden benachteiligt

Die Begründung: Menschen ohne ein Smartphone, vor allem Kinder, Jugendliche und Senioren seien beim Ticketkauf benachteiligt. Kritik gab es außerdem an der Kommunikation des KVV und an einer mangelnden Bürgerbeteiligung bei der Umstellung auf digitale Angebote.

Alexander Pischon, der Chef des KVV vor einer S-Bahn (Foto: SWR)
Der Chef des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) Alexander Pischon.

KVV-Geschäftsführer Alexander Pischon und der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup, wollen trotz der Proteste an der Abschaffung der Stempelkarten festhalten. Der Anteil der Fahrten mit diesen Karten im Verbundgebiet liege unter 1,5 Prozent und gehe weiter zurück. Die Zukunft liege im digitalen Kartenverkauf, vor allem mit der KVV-Smartphone-App.

"Wir werden das Rad nicht zurückdrehen."

Die Freien Wähler in Stadt und Landkreis Karlsruhe haben inzwischen ein elektronisches, aufladbares Ticket im Scheckkartenformat ins Gespräch gebracht. Fahrten könnten so über einen integrierten Chip kontaktlos, aber ohne Handy abgerechnet werden.

Karlsruhe

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Jürgen Essig