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Der Karlsruher Paläontologe Eberhard Frey ist von Wissenschaftlern des Senckenberg- Forschungsinstituts und des Naturmuseums in Frankfurt auf besondere Weise geehrt worden: Die Wissenschaftler benannten eine prähistorische Python nach ihrem Karlsruher Kollegen.

Die rund 47  Millionen Jahre alte Schlangenart wurde in der Ölschiefergrube Messel bei Darmstadt gefunden. Sie trägt ab sofort den Namen "Messelopython Freyi" nach dem Karlsruher Forscher, der von Kollegen und Bewunderern auch einfach "Dino Frey" genannt wird.

In Expertenkreisen wird Frey für seine scharfsinnigen und präzisen Studien geschätzt. Das erklärte der Paläontologe Krister Smith vom Senckenberg-Forschungsinstitut und vom Naturmuseum in Frankfurt.

"Messelopython freyi" (Foto: Pressestelle, Senckenberg-Forschungsinstitut)
"Messelopython freyi" Pressestelle Senckenberg-Forschungsinstitut

Weltweit älteste Pythonart

Die nach dem Karlsruher Forscher benannte Python ist rund einen Meter lang und gilt als die weltweit älteste, bekannte Pythonart. Wo die Vorläufer der heutigen Pythonschlangen ihren evolutionären Ursprung haben, sei bislang unklar gewesen.

Die Grube Messel bei Darmstadt gilt mit zehntausenden von Funden als weltweit beste Fossilienlagerstätte zur Erforschung des Eozän-Zeitalters (56 bis 34 Millionen Jahre vor Christus). In der Ölschiefergrube mit 800 Metern Durchmesser und 130 Metern Tiefe bilden Fossilien fast die gesamte Flora und Fauna an diesem Ort vor 48 Millionen Jahren ab.

Die Grube Messel, Deutschland, Folge 95

Was Pompeji für die Archäologie, bedeutet Messel für die Paläontologie. Hier stieß durch Zufall ein Naturforscher Ende letzten Jahrhunderts auf die Knochenabdrücke eines Krokodils, worauf die Fachleute hellhörig wurden. Nirgendwo gibt es so viele Fossilien auf so engem Raum, und kaum irgendwo sind sie so gut erhalten wie hier. Einer der berühmtesten Funde ist das "Urpferd", ein Vorfahre unseres heutigen Pferdes.  mehr...

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Ausstellung Rekonstruiertes Urpferdchen erstmals im Landesmuseum Darmstadt zu sehen

Die Statur wie ein Fuchs, der Kopf erinnert an einen Dachs: So sieht das mit modernster Technik rekonstruierte Urpferdchen aus. Ein Säugetier, das sich im Wald von Blättern und Früchten ernährte. Gefunden wurde es vor fünf Jahren in der Grube Messel. Ihre Ölschieferplatten beherbergen immer noch unbekannte Fossilien. Für Forscher ein riesiges Puzzle zum Verständnis der urzeitlichen Tier- und Pflanzenwelt und jeder neue Fund ein Grund zum Feiern.  mehr...

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