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Die Stadt Pforzheim hat am Dienstag der Zerstörung der Stadt am 23. Februar vor 76 Jahren gedacht. Wegen der Corona-Pandemie fanden die Veranstaltungen weitgehend virtuell statt.

Erstmals wurden auch alle Versammlungen in der Zeit von 15 Uhr bis 21 Uhr per Allgemeinverfügung verboten. Das Landratsamt begründete das mit dem erhöhten Infektionsrisiko durch die Pandemie. "Dennoch haben sich alle beteiligten Akteure aus Stadtverwaltung, Kultur, Religionsgemeinschaften und Gesellschaft große Mühe gegeben, alternative digitale Formate zu entwickeln", so Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch (CDU). Da sei viel Kreativität mit dabei gewesen und es seien viele junge Menschen mit einbezogen worden.

"Jeder Tote ist einer zu viel. Damals und auch heute."

Gedenkveranstaltungen nur online

So bestand um 15 Uhr Gelegenheit, die traditionellen Gedenkveranstaltung auf dem Hauptfriedhof im Live-Stream anzuschauen. Zudem gab es ab 19:20 Uhr eine Online-Ansprache von Oberbürgermeister Peter Boch. Um 19:50 Uhr begann das zwanzigminütige Glockengeläut der Pforzheimer Kirchen, das auf die Zeitdauer der Bombardierung vor 76 Jahren verweist.

Unter dem Motto "Lichter in der Stadt" waren nach Angaben der Stadtverwaltung alle Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen, Kerzen an den Fenstern, vor der Haustür oder im Garten aufzustellen, sodass ein dezentrales Lichtermeer entstand. Zudem stellte das Kommunale Kino den Film "Die Bombennacht" zur Verfügung und zeigte in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung drei Filme zum Thema Rechtextremismus.

Rechtsextreme versammelten sich in den Vorjahren

In den vergangenen Jahren hatte ein bürgerliches Bündnis jährlich der Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges gedacht. Zudem versammelte sich eine rechtsextreme Gruppierung an den Jahrestagen auf dem Wartberg. Die evangelische Dekanin Quincke sagte im Vorfeld, sie sei froh, dass die sogenannte Fackel-Mahnwache der Rechten in diesem Jahr nicht stattfinden könne.

Bis zum Abend registrierte die Polizei keine Verstöße gegen das Versammlungsverbot. Beamte kontrollierten unter anderem den Pforzheimer Hauptbahnhof und das Gelände auf dem Wartberg.

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