Das mit Arsen und Quecksilber verseuchte Pfleiderer-Firmenareal in Gernsbach wird saniert und bebaut. (Foto: SWR)

Wohnungen und Supermärkte entstehen

Bebauung des Pfleiderer-Areals in Gernsbach beginnt

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Auf der 30.000 Quadratmeter großen Industriebrache "Pfleiderer-Areal" in Gernsbach haben am Dienstag offiziell die Bauarbeiten begonnen. Die Giftstoff-Sanierung ist weitestgehend abgeschlossen.

Die Industriebrache am nördlichen Stadteingang von Gernsbach war mit Schadstoffen wie Quecksilber und Arsen schwer belastet. Sie stammen aus der Zeit ab 1858, als die Firma Katz & Klumpp das Gelände fast ein Jahrhundert lang zur Imprägnierung von Telegrafenmasten und Bahnschwellen nutzte. Dabei kamen Quecksilbersublimat, Steinkohleteeröl und arsenhaltige Salze zum Einsatz.

Das mit Arsen und Quecksilber verseuchte Pfleiderer-Firmenareal in Gernsbach wird saniert und bebaut. (Foto: SWR)
Das mit Arsen und Quecksilber verseuchte Pfleiderer-Firmenareal in Gernsbach wird saniert und bebaut.

1986 wurde die Pfleiderer AG durch die Übernahme der Katz Werke AG Eigentümerin des Geländes. Zuletzt wurden hier Betonschwellen produziert. Seit 2004 ruht die Produktion vollständig.

Das mit Arsen und Quecksilber verseuchte Pfleiderer-Firmenareal in Gernsbach wird saniert und bebaut. (Foto: SWR)
Ehemaliges Pfleiderer-Firmenareal in Gernsbach.

Es entstehen zwei Supermärkte und 110 Wohnungen

Nach vielen Jahren Diskussion und Planung baut nun eine Investorengruppe aus Bayreuth zwei Supermärkte mit Tiefgaragen - die noch in diesem Jahr fertig werden sollen - sowie 110 Wohnungen. Der Wohnungsbau soll im kommenden Jahr starten. Insgesamt werden 70 Mio Euro investiert, sieben Millionen kostet allein die Beseitigung der Altlasten. Wegen der Altlasten hatte sich lange eine Bürgerinitiative gegen die Bebauung gewehrt, doch deren Stimmen sind leiser geworden.

Das mit Arsen und Quecksilber verseuchte Pfleiderer-Firmenareal in Gernsbach wird saniert und bebaut. (Foto: SWR)
Das Bett der Murg neben dem früheren Pfleiderer-Firmenareal in Gernsbach wird verbreitert im Sinne des Hochwasserschutzes.

Im Zuge des Projekts wird auch der Hochwasserschutz verbessert, indem das Bett der Murg, die am Pfleiderer-Areal entlang fließt, um zehn Meter verbreitert wird.

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SWR