Am Samstag beginnen die Pfingstfestspiele in Baden-Baden (Foto: SWR, Foto: Susann Bühler)

Eröffnungskonzert mit dem SWR Symphonieorchester

Pfingstfestspiele in Baden-Baden stehen im Zeichen der Moderne

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Moderner, konzentrierter und mit einer neuen, programmatischen Grundidee: Die Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden wagen nach zwei langen Jahren Corona-Pause den Neustart.

Kraftvoll ertönen die Trompeten-Fanfaren, glasklar folgen die Streicher, dazwischen erklingen Querflöten und Glockenspiele. Dirigent Francois-Xavier Roth ist mit vollem Einsatz bei der Arbeit - und doch noch nicht ganz zufrieden:

"Vergesst die Klassik, es muß noch viel ironischer klingen! Das ist moderne Musik - versuchen wir es bitte noch einmal."

Das SWR Symphonieorchester probt im Festspielhaus immer wieder und wieder eine bestimmte Passage aus Gustav Mahlers Siebter Sinfonie. Alles soll bis ins Detail perfekt klingen, vorher ist der Meister nicht zufrieden.

Konzertprobe des SWR Symphonieorchesters im Festspielhaus Baden-Baden (Foto: SWR, Foto: Susann Bühler)
Orchesterprobe im Festspielhaus Baden-Baden Foto: Susann Bühler

Mahler-Experte dirigiert das Eröffnungskonzert

Kein Wunder, denn der Franzose Francois-Xavier Roth eröffnet gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester am Samstag um 18 Uhr mit Mahlers geheimnisvollen Siebten Sinfonie die Pfingstfestspiele. Und das ist auch für Roth - aktuell Generalmusikdirekter der Stadt Köln - eine Premiere. Denn nie zuvor hatte der ausgewiesene Mahler-Experte die Gelegenheit, dieses große Werk zu dirigieren. Zuletzt war er bei den diesjährigen Osterfestspielen in Baden-Baden zu Gast und dirigierte die Berliner Philharmoniker.

Mitglieder des SWR Symphonieorchesters bei einer Konzertprobe im Festspielhaus (Foto: SWR, Foto: Susann Bühler)
Mitglieder des SWR Symphonieorchesters bei einer Konzertprobe im Festspielhaus Foto: Susann Bühler

Neue Künstlerische Heimat für SWR Symphonieorchester

Mit dem diesjährigen Neustart der Pfingstfestspiele kehrt auch das SWR Symphonieorchester zurück in seine alte Heimat und Wirkungsstätte Baden-Baden. Künftig bildet es als Residenzorchester eine feste Säule der Pfingstfestspiele. Musikalisch stehen die Festspiele ganz im Zeichen der Moderne: Junge, talentierte Künstler präsentieren wichtige Werke aus verschiedenen Epochen.

Zu Gehör kommen unter anderem Beethovens "Eroica", Wagners "Walküre", die dadaistische "Ursonate" von Kurt Schwitters sowie Werke des finnisch-amerikanischen Komponisten Esa-Pekka Salonen. Allesamt Werke, die die Tür zur Moderne weit geöffnet haben.

"Wir haben mit Gastsolisten und Dirigenten die Crème de la Crème der Musik zusammengeführt, die das Fenster zur Moderne aufstoßen."

Besonders stolz ist Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa darauf, mit einer neuen programmatischen Grundidee für das Festival auch junge hoffungsvolle Künstler präsentieren zu können. Darunter die Solo-Geigerin Patricia Kopatchinskaja und der russich-finnische Dirigent Dima Slobodeniouk. Nicht mehr reine Gastspiele mit prominenten Stars sollen in Zukunft das Publikum an die Oos locken, sondern Musiker, Solisten und Dirigenten, die zehn Tage lang gemeinsam an einem Projekt arbeiten.

Jazz im Brenner's und Konzert in der Stadtkirche

Nicht nur im Festspielhaus, auch außerhalb der "heiligen Hallen" finden Auftritte statt: So zum Beispiel in der Evangelischen Stadtkirche. Am Freitag, 3. Juni, spielen SWR-Musiker Kammermusik der Modernen Klassik. Wem eher der Sinn nach Jazz steht, der kommt bei der "Late Night" in Brenner's Park-Hotel auf seine Kosten. Und Musiker und Musikerinnen des SWR Symphonieorchesters schwärmen in die Stadt aus und bringen Musik zu den Menschen in Seniorenheimen, Jugendheimen, Obdachlosen und zur Feuerwehr.

Harfenistin des SWR Symphonieorchesters bei der Orchesterprobe (Foto: SWR, Foto: Susann Bühler)
Harfenistin des SWR Symphonieorchesters bei der Orchesterprobe Foto: Susann Bühler

Kartenvorverkauf läuft gut an

Auch mit dem bisherigen Kartenvorverkauf ist Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa zufrieden. Für das Eröffnungskonzert am Samstag um 18 Uhr sind bereits 1.000 Tickets verkauft worden. Für alle Konzerte sind noch Karten zu erhalten. Und als Anreiz für die "neuen Pfingstfestspiele" bekommen Käufer für jede bezahlte Eintrittskarte eine Karte gratis dazu. Denn jetzt gehe es darum, so Stampa, die Menschen in der Post-Corona-Krise wieder zu mobilisieren und den Hunger und die Lust auf Kultur wieder zu wecken.

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