Vorernte-Monitoring sorgt für Sicherheit bei den Landwirten (Foto: Imago, IMAGO / Martin Wagner)

Landwirte und die Sorgen um ihre Ernte

Wie läuft das PFC-Vorernte-Monitoring in diesem Jahr?

STAND
AUTOR/IN

Das Vorernte-Monitoring ist eines der Werkzeuge, mit denen die Bevölkerung vor den vermutlich krebserregenden PFC-Rückständen in Lebensmitteln geschützt werden soll. Agrarprodukte werden etwa zwei Wochen vor der Ernte stichprobenartig untersucht.

Einmal im Jahr gehen Wissenschaftler des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg Karlsruhe (LTZ) zu Landwirten, deren Äcker möglicherweise mit PFC belastet sein könnten. Die Proben der Ackerfrüchte werden dann im Labor auf mögliche per- und polyfluorierte Chemikalien hin untersucht. Erst wenn der Verzehr der Produkte als nicht gefährlich eingestuft wird, darf die Ernte in den Handel.

Untersuchungsergebnisse 2020: Kaum Grenzwerte überschritten

Im vergangenen Jahr wurden 28 Parzellen mit Gemüse in Nord- und Mittelbaden untersucht. Lediglich in einer Rucola-Probe fanden sich so hohe Werte, dass die Ernte vernichtet werden musste. In einer Radieschen-Probe fanden sich PFC-Rückstände unter den als gefährlich geltenden Grenzwerten. In allen anderen Gemüseproben war kein PFC nachweisbar. Auch 18 Spargel- und Erdbeerproben wurden im Jahr 2020 freigegeben. Die Untersuchungen für das aktuelle Jahr laufen derzeit.

Auf belasteten Äckern darf kein Getreide oder Gemüse angebaut werden (Foto: SWR)
Auf belasteten Äckern darf kein Getreide oder Gemüse angebaut werden

Belastete Äcker müssen anderweitig genutzt werden

Begleitend zum Vorernte-Monitoring werden durch die amtliche Lebensmittelüberwachung pflanzliche und tierische Proben aus den betroffenen Gebieten analysiert und vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg auf PFC hin untersucht. Auch wissenschaftliche Versuche zur Reinigung von Beregnungswasser für die Landwirtschaft laufen. Alle von der Problematik betroffenen Landwirte haben sich nach Angaben des Karlsruher Regierungspräsidiums auf freiwilliger Basis an den Untersuchungen beteiligt. Ackerflächen, auf denen die Chemikalie PFC entdeckt wurde, müssen in Absprache mit den Behörden anders genutzt werden.

Millioneninvestitionen für Forschung und Analyse

Bisher haben die Kommunal- und Landesbehörden für die Untersuchung der PFC-Problematik über 11 Millionen Euro für Forschungsprojekte und Analysen aufgewendet. Die aktuellen Ergebnisse der Untersuchungen sind auf der Homepage des Karlsruher Regierungspräsidiums für die Bürgerinnen und Bürger einsehbar. Die Analysen für das laufende Jahr sollen nach Angaben des LTZ im Sommer veröffentlicht werden.

Rastatt

Infos und Hintergründe rund um PFC Aktuelles zum PFC-Umweltskandal im Raum Rastatt

Seit Jahren beschäftigt der PFC-Umweltskandel die Menschen im Raum Rastatt. Seit dem Bekanntwerden ist viel passiert. Information zum Entsorgungsstreit, der Trinkwasser-Problematik und mehr finden Sie hier.  mehr...

Iffezheim

Landtagswahl BW 2021 PFC-Skandal: Landwirte hoffen auf mehr Unterstützung

Sieben Jahre nach dem Bekanntwerden des PFC-Skandals ist das Thema immer noch eine Belastung für die Menschen in der Region rund um Rastatt und Baden-Baden. Von der künftigen Landesregierung erhoffen sich Betroffene mehr Unterstützung.  mehr...

STAND
AUTOR/IN