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Nach dem PFC-Skandal im Raum Rastatt/Baden-Baden wird in Hügelsheim (Kreis Rastatt) jetzt eine Anlage zur Sanierung von PFC-verseuchten Böden getestet. Die Laborversuche waren vielversprechend.

Was im Labor funktioniert hat, soll nun auch in die Praxis umgesetzt werden. Seit zwei Wochen läuft die Sanierungsanlage in Hügelsheim im Probebetrieb. Dabei werden biologische abbaubare Wirkstoffe als Lösung in die Erde eingebracht. Diese Wirkstoffe binden die PFC-Verbindungen und lösen sie aus dem Boden heraus.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Sanierungsanlage reinigt Grundwasser

Anschließend sickern sie ins Grundwasser und sollen dann über Brunnen in die Sanierungsanlage gebracht werden. Dort wird das Wasser gereinigt und wieder zur Bewässerung von Feldern eingesetzt. Ob die Sanierungsanlage in der Praxis großflächig eingesetzt werden kann, wird in einigen Monaten feststehen. SWR-Reporter Patrick Neumann berichtet über die Anlage:

Unterstützung kommt vom Bundesforschungsministerium

Für den Probebetrieb wurden zwei Container in der Nähe des Hügelsheimer Bauhofes aufgestellt. Sie enthalten die gesamte Steuerungs- und Anlagentechnik. Partner des Projekts sind das Bundesforschungsministerium, die Technische Universität in Berlin und Firmen aus Kiel und Münster.

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So kam PFC nach Mittelbaden

Das PFC ist vermutlich durch mit Papierschlämmen verunreinigten Kompost auf die Äcker gelangt. Unter Verdacht stand ein Komposthändler aus Bühl. Er soll in den vergangenen Jahren Kompost mit Papierschlamm, also Resten aus der Papierindustrie, vermischt und den Bauern kostenlos für die Ackerflächen überlassen haben. Damals eine gängige Praxis - heute weiß man: Die PFC-Fasern stammen wohl aus folierten Papieren, die sich auch in den Schlämmen befanden. Die Giftstoffe sickerten über die Böden ins Grundwasser und finden sich zum Teil auch in Agrarprodukten wieder. Mittlerweile gilt diese Umweltverschmutzung als "flächenmäßig größter Umweltskandal Deutschlands".

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