Ein Rettungsring hängt am Geländer eines Schwimmbeckens im Freibad (Foto: IMAGO, Christoph Hardt)

Stadtteilbäder müssen schließen

Personalmangel in Karlsruher Schwimmbädern hat Konsequenzen

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Monatelang hatten die Schwimmbäder wegen Corona geschlossen. Jetzt haben die meisten wieder geöffnet, aber ein Problem ist geblieben: Viele Bäder leiden unter massivem Personalmangel. Das hat Folgen.

"Es fehlen die helfenden Hände", sagt der Karlsruher Bäderchef Oliver Sternagel. Die Personalnot bei den Aushilfskräften hat nun auch die Schwimmbäder erreicht. Einen Bademeistermangel gibt es in Karlsruhe zwar nicht, aber vor allem die Saisonarbeiterinnen und -arbeiter werden dringend gesucht.

Arbeit wäre genug da: ob am Empfang, im Kassenbereich oder als Beckenaufsicht, auch um die Liegewiese muss sich jemand kümmern und die Becken müssen sauber bleiben. Dazu kommen coronabedingte Aufgaben, wie das Desinfizieren des gesamten Bades.

Stadtteilbäder für öffentlichen Badebetrieb geschlossen

Die Personalnot hat mittlerweile sogar Auswirkungen auf den Bäderbetrieb. Um an sonnigen Tagen überhaupt genug Mitarbeiter für die Freibäder zu haben, sind die Stadtteil-Hallenbäder in Karlsruhe derzeit geschlossen. Nur Schwimmkurse, Schulsport und Vereinssport finden dort momentan statt. Die Fachkräfte aus den Stadtteilbädern werden nun in den Freibädern eingesetzt. Zudem wurden die Badezeiten verkürzt: Frühschwimmen und Late-Night-Schwimmen wurde gestrichen.

Dazu kommt die steigende Arbeitsbelastung für die vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rheinstrandbad Rappenwört haben am Sonntag beispielsweise sieben Mitarbeiter den Job gemacht, für den eigentlich zwölf vorgesehen sind. Die Personalplanung ist ständig auf Kante genäht. Wird jemand aus dem Team krank, kann das immer nur von jemand aufgefangen werden, der eigentlich frei hat, erzählt Bäderchef Oliver Sternagel.

Auswirkungen auch in der Region

Auch viele Freibäder im Raum Karlsruhe finden nicht ausreichend Saisonkräfte. In Ettlingen beispielsweise müssen das Albgau-Hallenbad und die Sauna deshalb geschlossen bleiben. Das gesamte Personal wird im Freibad benötigt. Durch die Corona-Hygieneauflagen brauche man zudem an jedem Becken eine Aufsicht und damit mehr Personal als sonst, so der Ettlinger Bäderleiter Daniel Daul.

Gastronomie hat ähnliches Problem

Das Problem spüren auch viele Restaurants und Hotels. Während des Lockdowns haben viele Aushilfskräfte andere Jobs gefunden und sich beruflich umorientiert. Die Karlsruher Bäder suchen deshalb besonders intensiv nach neuen Kräften, bisher vergeblich.

"Ich frage mich selber, wo die Leute geblieben sind, die für uns arbeiten können."

Der Karlsruher Bäderchef hofft nun auf eine Zeit nach Corona und dass der nächste Sommer in den Freibädern wieder ein normaler Sommer wird.

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SWR