"Leg dich in dein Sarg" - diese Botschaft prangt in großen gelben Buchstaben auf der Fahrbahn der B500. Etwas weiter wird klar, an wen sie gerichtet ist. Dort steht auf der Wand einer Hütte am Fahrbahnrand "Biker stirb". Die Hassparolen gegen Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer sind am letzten Wochenende aufgetaucht. Von wem sie stammen, ist unbekannt. Die Polizei ermittelt. Allerdings weniger wegen des Inhalts, sondern wegen Sachbeschädigung.
Parolen trotzen Reinigung
Die Stadt Baden-Baden ist bislang daran gescheitert, die Schmierereien zu entfernen. Die Schriftzüge hielten Hochdruckreinigern und chemischen Mitteln stand. Sie wurden deswegen teilweise übermalt. Der zuständige Bürgermeister Roland Kaiser (Grüne) verurteilt die Hassparolen. Der Streit um Motorradlärm und Raserei auf der B500 sei aber auch in der Vergangenheit immer wieder hochgekocht.
"Es ist unschön und überschreitet natürlich jede Grenze unserer Diskussionskultur, aber es ist nicht ganz neu"
Bürgermeister Kaiser appelliert, dass die Biker und ihre Kritiker ihre Konflikte sachlich austragen sollen. Es sei nur eine kleine Gruppe aus der sogenannten Poser-Szene, die sich nicht an die Regeln halte. Die Stadt Baden-Baden hat in den vergangenen Wochen und Monaten die Maßnahmen gegen Motorradraser auf der B500 verschärft. Dort ereignen sich auch immer wieder schwere Unfälle. Die Stadt erließ neue Tempolimits und sperrte Parkplätze.
Motorradrowdys im Visier
Die B500 ist vor allem an den Wochenenden beliebter Treffpunkt der Poser-Szene. Dort sind immer wieder Motorradfahrer mit Helmkameras unterwegs, die ihre Fahrten filmen und in sozialen Netzwerken verbreiten. Um das Tempo potentieller Schnellfahrer zu drosseln, wurden stellenweise auch Rüttelstreifen auf dem Asphalt aufgebracht.