Besser nicht zu lagen warten beim Heizölkauf, rät der Verband Energiehandel Südwest  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance dpa  David Inderlied)

Preise steigen um über hundert Prozent

Verband Energiehandel Südwest warnt vor steigenden Heizölpreisen in der Region

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Der Verband für Energiehandel Südwest (VEH) warnt vor weiter steigenden Ölpreisen auch in der Region Karlsruhe. Der Ölpreis klettert seit sieben Wochen steil nach oben.  

Noch im August kostete das Fass Rohöl noch unter 70 US-Dollar. Inzwischen rechnet Geschäftsführer Hans-Jürgen Funke vom VEH mit Preisen jenseits der 90 Dollar Grenze. Damit sei auch in der Region zwischen Pforzheim und Karlsruhe mit einem weiter drastischen Anstieg der Verbraucherpreise zu rechnen. Die Situation werde sich erst im kommenden Jahr wieder entspannen, prognostiziert der Verband, der im Südwesten über 400 Firmen aus der Brennstoff- und Mineralölbranche vertritt.

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Funke warnt Heizölkunden deshalb vor zu großer Zurückhaltung beim Kauf des Brennstoffs. In Einzelfällen berichten Mitgliedsunternehmen von sechs und mehr Wochen Wartezeit.

Ein Drittel aller Haushalte heizt noch mit Öl

Immer noch heizen in Baden-Württemberg rund ein Drittel aller Haushalte mit Öl, vor allem auf dem Land. Auch im Schwarzwald, wo es noch viele Einfamilienhäuser mit älteren Öltanks gibt, ist Heizöl oft noch immer die "Nummer eins" beim Heizen.

Das spürt auch die Pforzheimer Firma Südwestenergie. Die hohe Kunden-Nachfrage der vergangenen Wochen beschert dem Unternehmen volle Auftragsbücher. Tankwagenfahrer Thilo Pfeiffer berichtet von bis zu 14 Kunden, die an einem Tag beliefert werden müssen. Beim Heizöl, berichtet der Fahrer, spielt Psychologie eine große Rolle.

"Seit dem Sommer haben die Preise ständig angezogen. Die Angst ist da, dass es noch teurer wird."

Das Angebot auf dem Weltmarkt ist knapp

Branchenkenner sprechen aktuell von einer Preisrallye beim Heizöl. Die Gründe sind vielschichtig. Vor allem der stark gestiegene Rohölpreis auf dem Weltmarkt treibt den Heizölpreis hoch: Seit Januar ist der Preis pro Barell Rohöl von 57 Dollar auf 84 Dollar geklettert. Gleichzeitig ist das Angebot an Öl auf dem Weltmarkt knapp.

"Es ist in erster Linie der weltweite Nachfragehunger. Und es ist auf der anderen Seite immer noch die Verknappung beim Angebot."

Die Preise beim Rohöl haben sich in diesem Jahr extrem entwickelt. Seit November 2020 ist eine Steigerung zu beobachten. Vor einem Jahr hatte der Ölpreis einen Tiefststand von unter 40 Dollar pro Fass. Aktuell liegt er mit über 89 Dollar um mehr als hundert Prozent darüber. Die Tendenz zeigt nach oben.

CO2-Abgabe steigt ab Januar

Dazu kommt eine neue Stufe bei den CO2-Abgaben im kommenden Jahr. Bereits im Januar werden nochmal 2,5 Cent auf den Preis für den Liter Heizöl draufgeschlagen. Ein Faktor, der vielen Kunden im Moment Sorge macht. Auch deshalb rät der Geschäftsführer von Südwestenergie den Kunden, noch im alten Jahr zu ordern.

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