Eine Mitarbeiterin der Müllabfuhr Bruchsal fährt auf dem Trittbrett eines Müllwagens mit (Foto: SWR, SWR, Greta Hirsch)

Mitarbeiter gesucht

Lage angespannt: Bruchsaler Müllabfuhr braucht Personal

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Greta Hirsch
SWR-Redakteurin Greta Hirsch Autorin Bild (Foto: SWR, Rebekka Plies)

Ein Bruchsaler Müllentsorger hat Probleme, seine Stellen zu besetzen. Nachwuchs ist Mangelware. Wer macht den Job, den keiner machen will?

Als Laderin ist Melissa Morina einen schnellen und harten Arbeitsalltag gewohnt. Immer wieder springt sie vom Trittbrett des Müllwagens ab, zieht schwere Bio-Tonnen hinter sich her und lässt den Inhalt mit routinierten Handgriffen im Inneren des Fahrzeugs verschwinden. Für die 21-Jährige ist es trotzdem ein Traumjob.

Eine Mitarbeiterin der Müllabfuhr Bruchsal fährt auf dem Trittbrett eines Müllwagagens mit (Foto: SWR, SWR, Greta Hirsch)
Melissa Morina arbeitet gerne als Laderin bei einem Bruchsaler Entsorgungsunternehmen SWR, Greta Hirsch

"Schon als Kind hat es mir gefallen und dann hab ich's probiert. Ich kann mir eigentlich nichts anderes mehr vorstellen."

Mit viel Spaß durch die Straßen von Bruchsal

Während Melissa bei Wind und Wetter draußen am Wagen die Stellung hält, kümmert sich Lkw-Fahrer Marko Mack im Inneren darum, dass die vorgegebene Route eingehalten wird. Gekonnt schlängelt er das tonnenschwere Fahrzeug an parkenden Autos vorbei.

Nach einem Arbeitsunfall vor einigen Jahren tauscht der gelernte Maler Pinsel gegen Lenkrad und sitzt seit wenigen Monaten für das private Unternehmen "KURZ Entsorgung" in Bruchsal hinterm Steuer. Mit der Entscheidung ist er glücklich. "Eine Arbeit muss Spaß machen", erklärt er. "Und das habe ich."

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Der Müll muss weg! Bruchsal braucht Nachwuchs

So begeistert wie Melissa und Marko sind aber nur noch wenige von einer Karriere in der Müllbranche. Der Nachwuchs bleibt aus und die Bruchsaler Entsorgungsfirma kommt bei der Suche ins Straucheln.

Die Gründe sind unterschiedlich: Viele wollen studieren oder werden schlicht vom schlechten Ruf in der Gesellschaft abgeschreckt.

"Es ist in der heutigen Zeit ein sicherer Job, denn Müll gibt es immer."

Ein Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin der Müllabfuhr Bruchsal sitzen auf einer Bank und machen Pause (Foto: SWR, SWR, Greta Hirsch)
Melissa Morina und Marko Mack sind ein eingespieltes Team bei der Arbeit SWR, Greta Hirsch

Angespannte Lage beim Müll in den kommenden Jahren

Insgesamt 80 Mitarbeiter arbeiten bei "KURZ Entsorgung" an den Standorten Karlsruhe und Bruchsal – das sind fünf bis zehn zu wenig, um den Arbeitsablauf stressfrei am Laufen zu halten. Dringend gesucht werden vor allem Lkw-Fahrer, aber auch Lader, Hofpersonal und Verwaltungsmitarbeiter.

Noch sind die unbesetzten Stellen zu bewerkstelligen, könnten aber in den nächsten Jahren zum Problem werden, erklärt der Assistent der Betriebsleitung Silas Koch.

"Es ist absehbar, dass sich die Lage in den kommenden zehn bis 15 Jahren zuspitzt."

Drei Mitarbeiter der Müllabfuhr Bruchsal stehen vor einem Müllwagen. Die Müllabfuhr hat Probleme, Personal zu finden (Foto: SWR, SWR, Greta Hirsch)
Marko Mack, Silas Koch und Melissa Morina (v.l.n.r.) SWR, Greta Hirsch

Arbeiten für die Müllabfuhr: Vom Beruf zur Berufung

Mit ihren Jobs sorgen Melissa und Marko jeden Tag für Ordnung auf den Straßen und leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Und für beide ist es noch viel mehr als das: Es ist eine Tätigkeit die ihnen Spaß, Sicherheit und Freiheiten bringt.

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