Müllsammeln im Schwarzwald am Mummelsee (Foto: Privat, René Engels)

Ehrenamtlicher Umweltschutz an der Schwarzwaldhochstraße

Dreck überall - Müll im Nordschwarzwald wird zum Problem

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Markus Bender

René Engels aus Bühlertal (Landkreis Rastatt) sammelt in seiner Freizeit Müll rund um die Hornisgrinde. Windeln, Taschentücher und Dosen werden zum Problem für die Natur.

Hunderte Male schnappt die Müllzange von René Engels zu. Dann wandern Taschentücher, Dosen und Kaffeebecher in seinen gelben Eimer. Es liegt viel Müll entlang der Wanderwege rund um die Hornisgrinde im Nordschwarzwald. Für achtlos weggeworfenen Müll hat der 28-Jährige kein Verständnis.

"Das macht mich schon sehr sauer. Es ist eine Herkulesaufgabe, die bekommt man eigentlich nie geschafft."

Müllsammeln im Schwarzwald am Mummelsee (Foto: SWR)
René Engels aus Bühlertal sammelt Müll im Nordschwarzwald.

In der Freizeit wird im Wald Müll gesammelt

Alle paar Wochen zieht Engels los, um den Wald rund um die Hornisgrinde und an der Schwarzenbachtalsperre von Müll zu befreien. "Ich weiß auch nicht, woher die Leidenschaft kommt", sagt er. "Ich bin gerne in der Natur unterwegs und will sie für mich und die Nachwelt erhalten."

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Mehrere Kilometer Strecke legt Engels bei seiner freiwilligen Aktion zurück. Am Ende wird er mehrere Eimer gefüllt mit Plastikflaschen, Dosen und Bechern in einen Müllsack leeren, der von einem Gastronomen am Mummelsee entsorgt wird. Das macht ihn sprachlos.

"Man schmeißt zu Hause auch nicht Müll in seinen eigenen Garten."

Ein Taschentuch im Wald verrottet nicht schnell

Müllsammeln im Schwarzwald am Mummelsee (Foto: SWR)
Patrick Stader ist Ranger im Nationalpark Schwarzwald.

Der Müll im Schwarzwald wird zunehmend zum Problem. Auch für Patrick Stader, er ist Ranger im Nationalpark Schwarzwald. Durch Corona seien viel mehr Menschen im Wald unterwegs und jetzt nach dem Winter - wenn der Schnee wegtaut - wird der Abfall sichtbar.

Manches passiert absichtlich, anderes aber aus Unachtsamkeit. "Gerade am Waldweg liegen zum Beispiel die Verpackungen von Müsliriegeln", beobachtet Stader. Aber auch viele Papiertaschentücher. "Wir haben Leute, die denken, das verrottet einfach."

"Es kann Jahre, Jahrzehnte dauern, bis die Taschentücher verrotten."

Müll soll nicht mehr im Wald bleiben

Aktionen wie die von René Engels findet der Ranger gut. "Solange die Wege nicht verlassen werden", sagt Stader. René Engels ist vor einem Jahr über einen Instagram-Post auf die Thematik aufmerksam geworden. Seitdem zieht er selbst los und hat eine Mission: Weniger Müll im Wald. "Und dass andere nicht auf die Idee kommen, Müll in den Wald zu werfen", sagt er.

Müllsammeln im Schwarzwald am Mummelsee (Foto: Privat, René Engels)
Fast 9.000 Schritte hat René Engels zurückgelegt, um den Sack voll zu machen. Privat, René Engels

Aufgeben will Engels bei seiner Herkulesaufgabe nicht. Er will den Wald weiter von Müll befreien und so die Landschaft erhalten. Auch wenn er gerne draußen in der Natur unterwegs ist, am liebsten wäre es ihm, er müsste gar nicht mehr losziehen.

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