Eine große Mitel in einem kahlen Geäst (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bernd Wüstneck)

Ein Problem für Bäume

Kiefern im Karlsruher Hardtwald leiden unter Misteln

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Für viele sind Misteln schön anzuschauen und manche bekommen vielleicht auch romantische Gedanken dabei, aber sie sind auch ein großes Problem. Im Raum Karlsruhe breiten sich Misteln in den letzten Jahren vor allem auf Kiefern aus.

Gerade jetzt im Winter, wenn die Laubbäume keine Blätter tagen, sind die Misteln oben in den Baumkronen gut zu sehen. In Nadelbäumen sind sie dagegen kaum zu erkennen. Dabei sind es gerade die Kiefern, die immer häufiger von Misteln befallen werden.

"Eine von der Mistel besiedelte Kiefer stirbt oft nach wenigen Jahren."

Die Mistel ist ein Halbschmarotzer, sie zapft das Wassersystem der Bäume an. Das führt dazu, dass Bäume, die eigentlich sehr gut mit Trockenheit und Dürre umgehen können, plötzlich ein Problem bekommen.

Misteln in Kiefer (Foto: SWR)
Misteln in einer Kiefer sind vom Boden aus kaum zu entdecken.

Die Mistel hat nicht nur problematische Seiten

Nicht nur Kiefern und Tannen sind aktuell von Misteln befallen. Auch Obstbäume haben mit Misteln zu kämpfen – manche mehr, manche weniger. Offenbar wird Steinobst wie Kirsche, Pflaume oder Mirabelle so gut wie gar nicht von Misteln befallen. Dagegen sind auf dem sogenannten Kernobst wie Apfel und Birne häufig Misteln zu finden.

Auch wenn die Misteln für Bäume problematisch sind, so sind sie für Tiere durchaus positiv. Die Beeren der Misteln sind Futter für die Vögel. Und wenn sie auf den Boden fallen, werden sie gerne von Rehen oder Damwild gefressen.

Blaumeise auf einem Mistelzweig (Foto: imago images, IMAGO / McPHOTO/Liedtke)
Eine Blaumeise freut sich über die nahrreichen Beeren der Mistel. IMAGO / McPHOTO/Liedtke

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