Menschen aus der Ukraine auf der Flucht (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Christoph Reichwein)

Ansteigender Flüchtlingsstrom

Mehr Ukraine-Flüchtlinge: Messe Karlsruhe wird Flüchtlingsunterkunft

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Ekkehard Jayme
Daniel Günther

Die Städte und Landkreise in der Region stellen sich auf eine stark steigende Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine ein. Auch die Messe Karlsruhe soll vorläufig zur Unterkunft werden.

Immer mehr geflüchtete Menschen aus der Ukraine kommen in der Region an. In der Messe Karlsruhe soll deshalb kurzfristig eine Aufnahmestelle für Geflüchtete aus der Ukraine eingerichtet werden. Das hat das Regierungspräsidium Karlsruhe bekanntgegeben. Bis zu 1.000 Personen sollen nach ersten Planungen in der Messe Karlsruhe Platz finden.

Ab dem 21. März sollen die ersten Menschen dort untergebracht werden. Laut Regierungspräsidium Karlsruhe steht die Messehalle bis zum 23. April als Unterkunft zur Verfügung. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Allerdings sollen bis dahin die Stadt- und Landkreise im Regierungsbezirk ihre eigenen Aufnahmekapazitäten ausgebaut haben. Die neue Unterbringung ist die fünfte Erstaufnahmeeinrichtung für ukrainische Geflüchtete im Regierungsbezirk Karlsruhe.

Die meisten Flüchtlinge kommen in Baden-Baden an

Mehr als 800 ukrainische Flüchtlinge sind derzeit in Baden-Baden offiziell registriert. Im ungleich größeren Karlsruhe sind ebenfalls 800 erfasst. Baden-Baden erwartet, dass es nächste Woche über 1.000 Flüchtlinge sein werden. Grund sei die hohe Zahl von Ukrainern, die in der Kurstadt leben und Verwandte oder Freunde aufnehmen.

Kommunen müssen schnell Unterkünfte schaffen

Die Kommunen wollen jetzt vor allem schnell Unterkünfte schaffen. Dabei gibt es diverse Bemühung, etwa die Anmietung von Unterkünften in Hotels und auf dem freien Wohnungsmarkt, oder die Instandsetzung von städtischen Gebäuden und Unterbringung in Sporthallen.

In Pforzheim ging am Dienstag mit der Jahnhalle die erste Sammelunterkunft in Betrieb. Im Enzkreis gibt es in Mühlacker und Maulbronn zwei neue Gemeinschaftsunterkünfte.

Menschen aus der Ukraine auf der Flucht. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas (Symbolbild))
picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas (Symbolbild)

Tatsächliche Zahl der Flüchtlinge liegt vermutlich deutlich höher

Die offizielle Zahl der Ukraine-Flüchtlinge in der Region liegt vermutlich deutlich unter der tatsächlichen Zahl, weil viele bei Verwandten und Freunden unterkommen. Nur bei Kontakt mit den Behörden werden sie erfasst. Ansonsten können sich Ukrainer 90 Tage ohne Visum in Deutschland aufhalten.

Die Situation in den Kommunen der Region 

In Pforzheim sind aktuell über 200 Flüchtlinge registriert. Im Enzkreis sind offiziell 230 Flüchtlinge erfasst. Der Landkreis Rastatt meldet 350 Flüchtlinge aus der Ukraine. Im Kreis Karlsruhe liegt die offizielle Zahl bei 1.000. Das Landratsamt hat ein Meldeportal eingerichtet, über das Privatpersonen Wohnraum anbieten können.

Anmeldung wichtig für Hilfe

Die Landkreise bitten die Flüchtlinge, die nicht registriert sind, weil sie bei Verwandten und Freunden untergekommen sind, sich bei den Kommunen zu melden, auch damit sie die ihnen zustehenden Sozialleistungen in Anspruch nehmen können.

Außerdem spielt die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge bei einer anstehenden Verteilung eine entscheidende Rolle. Für die Unterbringung wird nach wie vor nach großen Objekten gesucht. Für den Fall, dass die Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften nicht mehr ausreichen sollten, könnten beispielsweise Sporthallen als Notunterkünfte genutzt werden.

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