Ein Volocopter vor der Kulisse des Eifelturm in Paris (Foto: Pressestelle, Volocopter)

Nach dem abgesagten Börsengang

Flugtaxi-Hersteller Volocopter aus Bruchsal sammelt weitere Millionen ein

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Das Bruchsaler Flugtaxi-Unternehmen Volocopter hat eine neue Finanzierungsrunde gestartet. Bis zum Sommer will es von Investoren zwischen 300 und 500 Millionen Euro einsammeln.

"Strömungsabriss, statt an die Börse steuert Volocopter in die Krise", so titelt das Managermagazin über den Bruchsaler Flugtaxi-Bauer. Was ist dran an diesen Turbulenzen? Stefan Klocke, der Vorsitzende des Beirats und Miteigentümer von Volocopter, behauptet: nicht viel.

Tatsächlich wollte Volocopter im vergangenen Jahr mit Hilfe eines sogenannten SPAC an die Börse gehen. SPACs sind eigentlich Mantelgesellschaften, mit deren Hilfe Unternehmen den Börsengang einfacher umsetzen können. Doch im Verlauf des letzten Jahres gerieten diese SPACs zunehmend in Verruf, sagt Stefan Klocke. Volocopter sagte den Börsengang ab.

"Wir hätten durch diesen "SPAC" kaum Geld dazu verdient, das wäre ein unglaublich schlechtes Geschäft geworden."

Vielversprechende Gespräche mit Investoren

Doch der abgesagte Börsengang hat natürlich viele, die in den vergangenen Jahren in Volocopter investiert haben, verärgert. Mehr als das vierzigfache des finanziellen Einsatzes wäre da zu holen gewesen. Doch Volocopter geht nun einen anderen, altbewährten Weg. Noch in diesem Frühjahr will man zwischen 300 und 500 Millionen Euro bei Investoren einsammeln. Die Gespräche liefen und seien vielversprechend, so Stefan Klocke. Das Unternehmen werde schließlich mit 1,5 Milliarden Euro am Markt bewertet.

"Wir sind weltweit am Markt einfach am weitesten. Andere haben einfach noch keine Zulassungen für City-Taxis."

So soll die Volocopter Fracht-Drohne noch in diesem Jahr für Umsätze sorgen. 2024 sollen in Paris und Singapur außerdem die ersten kommerziellen Flugtaxi-Linien entstehen. Spätestens dann soll Volocopter also Geld verdienen.

Volocopter-Frachtdrohnen sollen noch 2022 auf den Markt kommen. (Foto: Pressestelle, Volocopter)
Volocopter-Frachtdrohnen sollen noch 2022 auf den Markt kommen. Pressestelle Volocopter

Die Partner stünden deshalb immer noch fest an der Seite des Bruchsaler Unternehmens, sagt Stefan Klocke. DB Schenker etwa oder der chinesische Autokonzern Geely, der Anteile an Daimler hält und das Engagement der Stuttgarter bei Volocopter übernommen hat.

"Unser Joker sind die Chinesen. Wenn die Volocopter bei Geely erst einmal vom Band laufen, dann sind wir von den Kosten her unschlagbar".

Volocopter will in Bruchsal neu bauen

Und wie steht es nun um die personellen Turbulenzen im Unternehmen? Tatsächlich wird der CEO Florian Reuter in diesem Jahr aus persönlichen Gründen kürzer treten. Ein erfahrener Luftfahrtmanager soll ihn ersetzen, sagt Stefan Klocke. Am Standort Bruchsal will man vorerst festhalten, rund um den Verkehrslandeplatz erwirbt das Unternehmen gerade mehrere Grundstücke.

Das Unternehmen mit jetzt 620 Mitarbeitern werde weiter wachsen und irgendwann sicher auch an die Börse gehen, sagt Stefan Klocke. Schließlich habe man einen hervorragenden Ruf, vor allem bei den Zulassungsbehörden, und damit beste Chancen am Markt.

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