Luftfilter in Klassenraum (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Schulstart in der Pandemie

Niefern-Öschelbronn: Luftfilter für sicheren Präsenzunterricht

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Peter Lauber

Die Gemeinde Niefern-Öschelbronn (Enzkreis) gehört zu den ersten Gemeinden im Land, die ihre Schulen und Kindergärten zum Unterrichtsstart mit Luftfiltern ausgestattet hat. Die Geräte sind ein wesentlicher Teil der Strategie gegen Corona-Infektionen.

Die Geräte in der Kirnbach-Werkrealschule in Niefern-Öschelbronn sind etwa so groß wie eine Kommode. Sie surren leise vor sich hin und sind, entgegen mancher Befürchtung, kaum störend. Vor ihrem ersten Einsatz zum Schulstart wurden sie in den Sommerferien auf ihre Tauglichkeit getestet. Für die Gemeinde sind Luftfiltergeräte ein wichtiger Baustein des Hygienkonzepts in ihren Schulen und Kitas.

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Die Geräte sollen auch lästiges Dauerlüften in der kalten Jahreszeit überflüssig machen. Die knapp 3.000 Euro teuren Geräte stammen vom Ludwigsburger Luftfilterspezailisten Mann+Hummel. Für ihren Einsatz in Schulen wurden sie mit einer gänzlich neuen Technik ausgestattet. Sie sollen die Luftqualität von Operationsälen in die Unterrichtsräume bringen und die Virenlast um 99 Prozent senken.

Gemeinderat schnell einig über Anschaffung

7.000 Geräte hat das Unternehmen bereits an Kommunen verkauft, 120 davon an Niefern-Öschelbronn. Rund 340.000 Euro lässt sich die Gemeinde die Ausrüstung ihrer Schulen und Kitas mit den Luftfiltern kosten. Im Gemeinderat gab es schnell Einigkeit, die Geräte zu kaufen.

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Die Anschaffung sei wichtiger Baustein, damit sich die Kinder und Jugendliche auch in diesen besonderen Zeiten wohlfühlen, meint Bürgermeisterin Birgit Förster (parteilos). Auch wenn die Gemeinde bislang keine Zuschüsse des Landes für die teuren Luftfilter bekommen hat.

Hoher Förderbedarf im Land

In Baden-Württemberg haben bislang rund 1.000 Träger von Schulen und Kitas Förderanträge für mobile Luftfilter und CO2-Ampeln gestellt, hieß es aus dem Kultusministerium. Insgesamt seien Anträge in Höhe von etwa 47,9 Millionen Euro eingegangen.

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