Polizei ermittelt (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

46-jähriger Mann gestorben

LKA prüft Tod eines Mannes - Zusammenhang mit Polizeikontrolle in Pforzheim?

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Nach dem Tod eines 46-Jährigen aus Pforzheim hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Vorermittlungen eingeleitet. Ist er an den Folgen eines Sturzes in einem Polizeirevier gestorben?

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (LKA) ist der 46 Jahre alte Mann in der Nacht des 4. Mai aus bislang ungeklärter Ursache in seiner Wohnung in Pforzheim zusammengebrochen. Eine Wiederbelebung blieb erfolglos. Nun soll geklärt werden, ob es sich um einen nicht natürlichen Todesfall handeln könnte.

Weiter heißt es in der Mitteilung, der Mann habe sich zuvor wegen eines angeblichen Treppensturzes in einem Krankenhaus behandeln lassen. Gegen den Rat der Ärzte habe er sich trotz bestehender Lebensgefahr selbst aus der Klinik entlassen.

Polizeipräsidium Pforzheim prüft, ob ein nicht natürlicher Tod vorliegt

Im Rahmen der Überprüfung durch das Polizeipräsidium Pforzheim, ob ein nicht natürlicher Tod vorliegt, äußerte die Lebensgefährtin des Verstorbenen die Vermutung, dass der Treppensturz nicht die Ursache für die Verletzungen sei. Vielmehr könnten sie mit einem Besuch auf dem Polizeirevier in Pforzheim vier Tage zuvor zusammenhängen.

Ende April war der Mann einer Personenkontrolle unterzogen worden. Dabei wurden bei ihm Betäubungsmittel gefunden und sichergestellt. Am Tag darauf ging der Betroffene in das Polizeirevier Pforzheim-Nord und forderte, die bei ihm sichergestellten Beweismittel herauszugeben.

Mann aus Polizeirevier gedrängt

Nach Angaben der beteiligten Polizeibeamten wurde dem Mann ein Platzverweis erteilt, dem er jedoch nicht nachgekommen sei. Daraufhin sei er unter Anwendung "unmittelbaren Zwangs" aus dem Polizeirevier geschoben worden und im Eingangsbereich gestürzt. Nachdem er keine Verletzungen geltend gemacht habe und auch keine festgestellt worden seien, sei der Betroffene gegangen.

Untersuchung, ob Sturz bei Polizei die Todesursache sein könnte

Wie es in dem Bericht der Staatsanwaltschaft Karlsruhe weiter heißt, deuten die bisherigen Überprüfungen und die Angaben der Ärzte des Krankenhauses derzeit darauf hin, dass die langjährige Suchtmittelabhängigkeit und der daraus resultierende gesundheitliche Zustand des Mannes Todesursache sein könnten.

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Sturz und dem Todesgeschehen scheint daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gegeben, heißt es in der Mitteilung. Im Zuge der Vorermittlungen hat das Amtsgericht Pforzheim eine Obduktion angeordnet. Sie soll unter anderem die Todesursache klären und auch Aufschluss über etwaige körperliche Verletzungen des Geschädigten geben.

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