Baumarkt in Karlsbad hat Lieferschwierigkeiten (Foto: SWR)

Wenn im Baumarkt die Schrauben fehlen

Betriebe in Karlsruhe und Umgebung kämpfen mit Lieferengpässen

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Weltweite Lieferschwierigkeiten sorgen mittlerweile in allen Bereichen des Handels für Probleme. Auch in der Region Karlsruhe macht sich das bemerkbar.

Wer ein Fahrrad oder ein Auto möchte, weiß schon seit längerem, dass man hier Geduld mitbringen muss. Mittlerweile scheint sich der chronische Warenmangel aber auf immer mehr Bereiche auszuwirken. Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) berichtet davon, dass es den Unternehmen in der Region aktuell vor allem an Chips, Holz und verschiedenen Rohstoffen mangelt. Die Gründe für die Lieferschwierigkeiten seien vielfältig.

Transportkosten steigen

Zum einen sei in den letzten Monaten coronabedingt weniger produziert worden. Zum anderen käme es gerade in der Schifffahrt immer wieder zu Transportproblemen. Auch die Containerplätze auf den Schiffen seien knapp, was zu Preissteigerungen führte. Laut IHK Karlsruhe kostet ein Transport aus China mittlerweile 20.000 Euro. 2016 kostete er nur 1.000 Euro. Für viele Händler sei die Anlieferung von Ware dadurch unrentabel. Daher werde teilweise der günstigere, aber längere Landweg gewählt, was zu weiteren Verzögerungen führe.

Läden betreiben Schadensbegrenzung

Die Folgen dieser Probleme bemerkt auch Peter Schmitt. Er leitet einen Baumarkt in Karlsbad (Kreis Karlsruhe). Fast täglich erreichen ihn Meldungen über verzögerte Lieferungen. Die Kunden merken davon jedoch relativ wenig. Die Regale wirken voll, nur wer genauer hinschaut, sieht, dass zwischen Schrauben und Heckenscheren immer mal wieder einzelne Lücken klaffen.

" Ich habe im Juni für einen Kunden ein Gerät bestellt. Bis heute gibt es keine Angaben, wann das Gerät geliefert werden kann."

Dafür müssen Peter Schmitt und sein Team im Hintergrund aber ordentlich ackern. Es wird nachbestellt, telefoniert und mit allen Mitteln versucht, doch noch Ware zu bekommen. Aber immer öfter hat auch das keinen Erfolg mehr. Peter Schmitt rechnet damit, dass sich die Lage noch verschärfen könnte.

Lieferungen verspäten sich immer öfter

Verzögerten sich Lieferungen anfangs noch um Wochen, sind es mittlerweile Monate. Und nicht selten geben die Zulieferer gar keine genauen Daten mehr an. "Irgendwann nächstes Jahr heißt es dann", so Peter Schmitt. Und je länger es dauert, bis Produkte nachgeliefert werden, umso gefragter sind sie, wenn es sie endlich wieder gibt. Zusammen mit den gestiegenen Transportkosten lässt das natürlich auch die Preise in den Geschäften steigen.

Wie lange die Situation noch andauert, können weder Peter Schmitt noch die IHK Karlsruhe wirklich einschätzen. Fürs Weihnachtsgeschäft rät Schmitt jedenfalls, sich nicht zu viel Zeit zu lassen.

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