"Lernbrücken" mit dem KIT in Karlsruhe (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Lust auf Mathe in den Sommerferien?

Karlsruhe: Mathematik-Experten vom KIT helfen bei "Lernbrücken"

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In Baden-Württemberg gibt es seit Montag an vielen Schulen sogenannte "Lernbrücken". Sie sollen helfen, bei Schülerinnen und Schülern Lücken zu schließen. In Karlsruhe helfen Mathematiker des KIT mit.

Grauer Himmel, Nieselregen und 15 Grad: Mit Sommerferien hatte das Wetter am Montagmorgen sowieso nichts zu tun. Also könnte man tatsächlich gleich in die Schule gehen. 25 Schülerinnen und Schüler haben sich am Karlsruher Kant-Gymnasium am ersten Tag der "Lernbrücken" beteiligt, mit gemischten Gefühlen.

"Es macht halt keinen Bock, aber es ist schon richtig, die Sachen nachzuholen, die man im Online-Unterricht nicht gelernt hat."

Experten für Wellenphänome erklären Bruchrechnen im Klassenzimmer

Mathematik und Deutsch werden am Kant-Gymnasium bis zum Ende der Sommerferien jeden Vormittag unterrichtet. Die Lehrerinnen und Lehrer für die Deutsch-"Lernbrücken" hat die Schule selbst organisiert. Der Mathematikunterricht kommt aus dem Gebäude nebenan. Dort befindet sich der Sonderforschungsbereich Wellenphänomene des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Vor einigen Wochen hatte die Leiterin des Forschungsbereichs, Marlis Hochbruck, die Idee, bei den "Lernbrücken" mitzuhelfen.

"Wir sind fast hundert Leute und alle haben Riesenspaß an Mathematik. Dann haben wir gedacht, wir könnten den Kindern Rechnen lernen helfen und damit etwas Gutes tun."

Ehrenamtliche Arbeit für Schülerinnen und Schüler

40 Dozenten und Studierende des KIT erklärten sich sofort bereit, beim Projekt "Lernbrücken" mitzumachen. Die meisten machen die Arbeit ehrenamtlich, nur Studierende bekommen eine Aufwandsentschädigung vom Land. Das Projekt "Lernbrücken" ist für beide Seiten hilfreich, berichten die Beteiligten: Die Dozenten vom KIT bekommen Erfahrung im praktischen Unterricht. Schülerinnen und Schüler erfahren von echten Mathe-Experten, dass auch dieses Fach spannend sein kann.

"Ich hätte nicht gedacht, dass die Schüler so gut mitmachen. Man hat gesehen, dass sie doch Freude daran haben."

"Lernbrücken" sollen Lücken füllen und Online-Mängel ausgleichen

Die Schülerinnen und Schüler in den "Lernbrücken" am Kant-Gymnasium kommen aus den fünften bis zehnten Klassen. Sie wurden von ihren Klassenlehrern ausgewählt, weil sie Lücken in bestimmten Fächern haben. Es wurden aber auch Schüler eingeladen, die im Online-Unterricht der vergangenen Monate nicht richtig folgen konnten, weil ihnen die technischen Möglichkeiten fehlen, so der stellvertretende Schulleiter des Gymasiums, Uwe Seckinger.

"Ich denke schon, dass den Schülern Mathematik vermittelt werden kann. Besonders wenn sie junge Studenten sehen, die auch entsprechend viel Spaß mitbringen."

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