Markt in Karlsruhe (Foto: SWR)

Auf den Märkten in der Stadt unterwegs

Steigende Preise bei Lebensmitteln - für manche Kunden in Karlsruhe wird es zu teuer

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Gutes hat seinen Preis, heißt es. Doch Preissteigerungen von bis zu 8,6 Prozent für Waren des täglichen Bedarfs innerhalb des letzten Jahres stellen viele Verbraucher vor Probleme.

Auf dem Gutenbergplatz in der Karlsruher Weststadt ist Markttag. Der Duft von geröstetem Kaffee und frischem Brot liegt in der Luft. Viele Lebensmittel, die es hier zu kaufen gibt, sind aus der Region: Es gibt Spargel aus Bruchsal, Baguette aus dem Elsass und Gemüse aus der Ortenau. Das meiste wird in Bioqualität angeboten. Das kostet natürlich - und auch hier kostet es immer mehr:

"Man muss ja essen, und warum soll ich dann schlechtes Essen kaufen, nur weil es günstiger ist?"

Markt in Karlsruhe (Foto: SWR)
leckeres Gemüse auf dem Markt

Kein Verständnis für hohe Preise auf dem Karlsruher Werderplatz

Auf dem Wochenmarkt am Werderplatz in der Karlsruher Südstadt gibt es weniger Verständnis für die stark gestiegenen Preise bei Lebensmitteln. 20 Cent mehr - das merken die Leute hier:

"Ich bin sauer. Arme werden noch ärmer, wenn Lebensmittel teurer werden."

Verschiedene Gründe für gestiegene Preise bei Lebensmitteln

Die Preissteigerungen bei Lebensmitteln haben verschiedene Ursachen: Der Krieg in der Ukraine, Arbeitskräftemangel und gestiegene Energiepreise sind wenig beeinflussbar.

Doch auch andere Ursachen sind im Gespräch: Zum Beispiel die Spekulation an der Börse mit Energie-Rohstoffen oder Weizen. Es besteht auch der Verdacht, Lebensmittelhersteller würden die Gunst der Stunde nutzen und ihre Preise einfach erhöhen.

"Die Inflation merkt man schon: bei den Nudeln von 49 auf 89 Cent, das merkt man."

Verbraucherzentralen fordern höhere Hartz-IV-Regelsätze

Die Verbraucherzentralen fordern wegen der gestiegenen Kosten bei Lebensmitteln eine deutliche Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze. Außerdem solle es Sonderzahlungen für Menschen mit niedriger Rente und Bezieher von Grundsicherung geben. Ein möglicher Ansatz wäre auch eine Senkung der Mehrwertsteuer bei Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten, so ein Vorschlag der Verbraucherzentralen.

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