Landwirt aus Iffezheim zieht erste gemischte Bilanz

Teilweise gut, teilweise schlecht

Landwirt in Iffezheim zieht erste Bilanz des Jahres

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AUTOR/IN
Felix Wnuck

Dieses Jahr bringt viele Probleme für die Landwirtschaft: Krieg in der Ukraine, Preisexplosionen bei Diesel und Düngemitteln, dazu teilweise schwache Nachfrage. Die erste Bilanz ist gemischt.

Seit den 1960er Jahren ist Familie Schneider aus Iffezheim (Landkreis Rastatt) in der Landwirtschaft. Eine Zeitlang haben sie Schweine gemästet, im Mittelpunkt aber steht der Ackerbau. Stefan Schneider führt momentan den Betrieb und steht stolz zwischen seinen hügeligen Spargelfeldern, seinen goldenen Ähren und noch jungen Maispflanzen.

Der Krieg in der Ukraine ist spürbar

Er ist einigermaßen zufrieden mit diesem Erntejahr, bisher. Dünger hat er schon letztes Jahr zu einem guten Preis eingekauft und fehlenden Regen konnte er durch Bewässerung ersetzen. Trotzdem spüren Stefan Schneider und seine Kollegen die Auswirkungen gerade durch den Krieg in der Ukraine – in sämtlichen Bereichen.

"Viele der Kollegen sind jetzt schon am Anschlag."

Landwirt Stefan Schneider vor einem Feld bei Iffezheim
Landwirt Stefan Schneider vor einem Feld bei Iffezheim

Von Diesel bis Dünger - alles wurde teurer

Betriebsmittel wie Diesel, Gas und dadurch auch Pflanzenschutz- und Düngemittel stiegen enorm im Preis. Stickstoff zum Beispiel ist um 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – eine Preisexplosion. Bei solchen Ausgaben sind die Gewinne durch hohe Getreidepreise schnell wieder aufgebraucht, so der Landwirt.

Wie kann oder muss ein Landwirt auf so etwas reagieren? Andere Feldfrüchte anbauen, den Betrieb umbauen? Ganz so einfach ist das leider nicht. Besonders der Spargel ist für eine längere Zeit von 8 bis 12 Jahren angelegt. In der Landwirtschaft brauche man mindestens ein Jahr Vorlauf, so Stefan Schneider.

"Mein Prinzip war schon immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Und so handele ich auch."

Dramatische Folgen für die Landwirtschaft sind absehbar

Noch geht es seinem Betrieb wirtschaftlich gut, trotzdem sieht auch Schneider dramatische Folgen für die Landwirtschaft. Denn der Ukraine-Krieg wird noch andauern und wird höchstwahrscheinlich weitere Probleme bringen. Einige Betriebe, ob konventionell oder biologisch, sind jetzt schon am Anschlag, für diese sieht es sehr schlecht aus. Die Lage ist also bedrohlich.

Ist es so überhaupt noch möglich, zu arbeiten? Der Iffezheimer Landwirt ist zuversichtlich: Das sei immer möglich.

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