Belegschaft von Bosch in Bühl demonstriert für Erhalt der Arbeitsplätze (Foto: SWR, Patrick Neumann)

Jeder dritte Arbeitsplatz ist gefährdet

1.500 Teilnehmer bei Kundgebung gegen Stellenabbau bei Bosch in Bühl

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Vor dem Bosch-Werk in Bühl (Kreis Rastatt) haben am Freitagvormittag rund 1.500 Mitarbeiter von verschiedenen Standorten gegen den angekündigten Stellenabbau protestiert. Nach Mitteilung der Gewerkschaft IG Metall sollen in Bühl rund 1.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Bosch selbst sprach hingegen von etwa 700 Arbeitsplätzen. Etwa die Hälfte dieser Jobs soll nach Osteuropa verlagert werden. Der Rest soll nach Unternehmensangaben sozialverträglich abgebaut werden. Im Bosch-Werk in Bühl arbeiten derzeit rund 3.800 Menschen.

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Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Beschäftigten

Verlagerungen in Billiglohnländer würden zunehmen, nicht nur bei Bosch, sagte der baden-württembergische Bezirksleiter der IG Metall, Roman Zitzelsberger. Das habe nichts mit Transformation zu tun, sondern ziele einzig auf Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Beschäftigten.

Bosch-Mitarbeiter demonstrieren mit Bengalos in Bühl gegen den angekündigten Stellenabbau (Foto: SWR)
1.500 Bosch-Mitarbeiter demonstrieren in Bühl gegen den angekündigten Stellenabbau

Bühl ist Hauptsitz des Geschäftsbereichs Electrical Drives und Hersteller für Fahrzeuge aller Antriebsarten. Damit sei der Standort mit seinen Produkten für die Zukunft gut aufgestellt, aufgrund von Management-Fehlentscheidungen aber in eine schwierige Situation gekommen, so Klaus Lorenz, der Betriebsratschef von Bosch in Bühl.

"Kostengetriebenen Verlagerungen mit alternativlosem Personalabbau erteilen wir eine Absage."

Proteste von Bosch-Mitarbeitern fanden am Freitag auch an den Standorten in München und Arnstadt (Thüringen) statt. Arnstadt soll bis Jahresende 2022 geschlossen werden, das Werk München sei ebenfalls von der Schließung bedroht.

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