Schatten spenden an heißen Sommertagen, das soll in Karlsruhe Zukunft der "komorebi". Der künstliche Baum ist ein gemeinsames Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Stadt Karlsruhe. Der neue Schattenspender soll aber nicht nur ein Baumersatz sein, sondern in Zukunft flexibel eingesetzt werden.
Schatten in Karlsruhe durch "Baum auf Rädern"
Heimat des neuen Schattenwerfers ist der Kronenplatz in Karlsruhe. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Gleichzeitig heizt sich der Platz im Sommer auf bis zu 40 Grad auf. Im Rahmen eines Forschungsprojekts hat das KIT deshalb eine Art künstlichen Baum entwickelt, an den direkt Sitzgelegenheiten angebunden sind. Der Kniff dabei: Der "Baum" ist mobil, steht auf Rädern und kann dadurch je nach Veranstaltung und Bedarf an den passenden Ort geschoben werden.
"komorebi" soll echte Bäume in Karlsruhe nicht verdrängen
Karlsruhes Bürgermeister Albert Käuflein (CDU) ist von dem neuen Objekt auf dem Kronenplatz begeistert. "Als Stadt müssen wir auf den Klimawandel reagieren. Das ist eine gute Möglichkeit, einer aufgeheizten Stadt entgegenzuwirken." Gleichzeitig hat die Stadt aber zuletzt in der Kaiserstraße und aktuell vor dem Badischen Staatstheater mehrere Bäume gefällt. Darin sieht Käuflein aber keinen Widerspruch.
Zum einen sei geplant, die gefällten Bäume in Zukunft durch mehr Bäume zu ersetzen, so der Bürgermeister. Zum anderen sei es auf dem Kronenplatz nicht möglich, Bäume zu pflanzen. Unter dem Platz befindet sich eine Tiefgarage, echte Bäume würden laut Käuflein daher die Traglast des Bodens negativ beeinflussen. Außerdem sei es bei den vielen Veranstaltungen auf dem Kronenplatz wichtig, den Schattenspender flexibel einsetzen zu können.
KIT: Nachhaltigkeit beim Bau des künstlichen Baums
Laut dem Forschungsteam des KIT, welches den "komorebi" entwickelt hat, wurde beim Bau des künstlichen Baumes besonders auf Nachhaltigkeit geachtet. Er bestehe größtenteils aus schnell nachwachsenden Rohstoffen. Außerdem habe man beim Bau auf Stoffe wie Leim und Kleber verzichtet, der "komorebi" sei dadurch problemlos recycelbar.
Weitere "Bäume" geplant für Schatten im heißen Sommer
In Zukunft soll es nicht bei einem künstlichen Baum bleiben. Auf dem Kronenplatz kann sich Bürgermeister Albert Käuflein noch zwei bis drei weitere "komorebis" vorstellen, in unterschiedlichen Größen. Ziel ist es laut KIT, ein kommerziell erhältliches Produkt zu entwickeln, das auch an anderen Standorten zum Einsatz kommen könne, nicht nur in Karlsruhe.
Hitze im Sommer zunehmendes Problem für Städte
Neue Lösungen zum Schutz vor Hitze werden für Städte wie Karlsruhe immer wichtiger. Die Region entlang des Oberrheingrabens gehört Jahr für Jahr zu den heißesten in Deutschland. Viele Städte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz arbeiten bereits mit Hitzeschutzkonzepten, um sich besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.
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