Schatten spenden an heißen Tagen

Gewappnet für den Sommer: Künstlicher Baum als Hitzeschutz in Karlsruhe

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Autor/in
Tobias Zapp
Tobias Zapp

Das KIT hat einen künstlichen Baum entwickelt, der in Karlsruhe Schatten spenden soll. Die Stadt will damit auf die Folgen des Klimawandels reagieren.

Schatten spenden an heißen Sommertagen, das soll in Karlsruhe Zukunft der "komorebi". Der künstliche Baum ist ein gemeinsames Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Stadt Karlsruhe. Der neue Schattenspender soll aber nicht nur ein Baumersatz sein, sondern in Zukunft flexibel eingesetzt werden.

Künstlicher Baum auf dem Kronenplpatz in Karlsuhe. Die Erfindung des KIT soll im Sommer Schatten spenden
"Komorebi" kommt aus dem Japanischen und soll die fast magische Atmosphäre beschreiben, wenn Sonnenstrahlen durch das Blätterdach scheinen und tanzende Lichtflecken auf den Boden werfen. Es beschreibt die Schönheit des Spiels von Licht und Schatten.

Schatten in Karlsruhe durch "Baum auf Rädern"

Heimat des neuen Schattenwerfers ist der Kronenplatz in Karlsruhe. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Gleichzeitig heizt sich der Platz im Sommer auf bis zu 40 Grad auf. Im Rahmen eines Forschungsprojekts hat das KIT deshalb eine Art künstlichen Baum entwickelt, an den direkt Sitzgelegenheiten angebunden sind. Der Kniff dabei: Der "Baum" ist mobil, steht auf Rädern und kann dadurch je nach Veranstaltung und Bedarf an den passenden Ort geschoben werden.

Künstlicher Baum auf dem Kronenplpatz in Karlsuhe. Die Erfindung des KIT soll im Sommer Schatten spenden
Die kleinen Geräte unter dem künstlichen Baum sind eigentlich für den Schwerlasttransport ausgelegt. In Karlsruhe sollen sie den "komorebi" über den Kronenplatz manövrieren.

"komorebi" soll echte Bäume in Karlsruhe nicht verdrängen

Karlsruhes Bürgermeister Albert Käuflein (CDU) ist von dem neuen Objekt auf dem Kronenplatz begeistert. "Als Stadt müssen wir auf den Klimawandel reagieren. Das ist eine gute Möglichkeit, einer aufgeheizten Stadt entgegenzuwirken." Gleichzeitig hat die Stadt aber zuletzt in der Kaiserstraße und aktuell vor dem Badischen Staatstheater mehrere Bäume gefällt. Darin sieht Käuflein aber keinen Widerspruch.

Künstlicher Baum auf dem Kronenplpatz in Karlsuhe. Die Erfindung des KIT soll im Sommer Schatten spenden
Heizt sich im Sommer auf bis zu 40 Grad auf: Der Kronenplatz in Karlsruhe. Hier soll der künstliche Baum in Zukunft Schatten spenden.

Zum einen sei geplant, die gefällten Bäume in Zukunft durch mehr Bäume zu ersetzen, so der Bürgermeister. Zum anderen sei es auf dem Kronenplatz nicht möglich, Bäume zu pflanzen. Unter dem Platz befindet sich eine Tiefgarage, echte Bäume würden laut Käuflein daher die Traglast des Bodens negativ beeinflussen. Außerdem sei es bei den vielen Veranstaltungen auf dem Kronenplatz wichtig, den Schattenspender flexibel einsetzen zu können.

KIT: Nachhaltigkeit beim Bau des künstlichen Baums

Laut dem Forschungsteam des KIT, welches den "komorebi" entwickelt hat, wurde beim Bau des künstlichen Baumes besonders auf Nachhaltigkeit geachtet. Er bestehe größtenteils aus schnell nachwachsenden Rohstoffen. Außerdem habe man beim Bau auf Stoffe wie Leim und Kleber verzichtet, der "komorebi" sei dadurch problemlos recycelbar.

Künstlicher Baum auf dem Kronenplpatz in Karlsuhe. Die Erfindung des KIT soll im Sommer Schatten spenden
Eng verwoben: Die Fasern der Baumkrone des "komorebi" und der gebogene Stamm halten komplett ohne Leim und Klebstoff zusammen.

Weitere "Bäume" geplant für Schatten im heißen Sommer

In Zukunft soll es nicht bei einem künstlichen Baum bleiben. Auf dem Kronenplatz kann sich Bürgermeister Albert Käuflein noch zwei bis drei weitere "komorebis" vorstellen, in unterschiedlichen Größen. Ziel ist es laut KIT, ein kommerziell erhältliches Produkt zu entwickeln, das auch an anderen Standorten zum Einsatz kommen könne, nicht nur in Karlsruhe.

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