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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sieht die Reform des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Calw auf einem guten Weg. Nach extremistischen Vorfällen im letzten Jahr stand die Truppe in der Kritik.

Wenn das KSK seine Bewährungschance nutzt, gibt es laut Kramp-Karrenbauer auch keinen Grund die Einheit aufzulösen. "Alle Rückmeldungen, die mir bisher vorliegen - über den Generalinspekteur, über die Wehrbeauftragte, auch über das KSK selbst - sind Rückmeldungen, die zeigen, dass wir mit den Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind", sagte Kramp-Karrenbauer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Noch sei man aber nicht am Ziel.

Charakterliche Eignung prüfen

Nach mehreren rechtsextremistischen Vorfällen innerhalb des KSK drohte dem Spezialkommando in Calw die Auflösung, die durch tiefgreifende Reformen verhindert werden sollte. Unter anderem sollen die Soldaten in der Ausbildung besser auf ihre charakterliche Eignung geprüft werden. Die besonders betroffene 2. Kompanie wurde aufgelöst.

Erste Frau in zweiter Runde des Auswahlverfahrens

Nun hat auch erstmals in der Geschichte des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr eine Frau die erste Runde umfangreicher Prüfungen bestanden und sich für den zweiten Teil qualifiziert, sagte ein Sprecher des KSK der dpa.

Das sogenannte Potenzialfeststellungsverfahren für den Dienst in der Eliteeinheit dauert zwölf Wochen und ersetzte im November 2020 das bisherige zehnwöchige Verfahren. Neben geistigen und körperlichen Fähigkeiten werden im Auswahlverfahren besonders die charakterliche Eignung und das
Wertefundament untersucht, wie der Sprecher ausführte.

Spezialkräfte müssen auf dem Boden der Verfassung stehen

So solle verhindert werden, dass ungeeignete, nicht auf dem
Boden der Verfassung stehende Soldatinnen und Soldaten in die
Spezialkräfte gelangen. Die Anforderungen an Männer und
Frauen seien dabei grundsätzlich gleich.

Nach Ermittlungen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) hatte die Polizei im Mai 2020 im Garten eines KSK-Soldaten im sächsischen Collm ein Waffenversteck ausgehoben. Dadurch kam der Verdacht auf, dass Sprengstoff und Munition in größerer Menge gestohlen worden sein könnten. Die Ermittlungen ergaben dann, dass ein großer Anteil der Abweichungen im Munitionsbestand auf Schlamperei und Regelverstöße zurückzuführen waren.

Zwei KSK-Soldaten (Foto: SWR)
Zwei KSK-Soldaten



Zuvor hatten andere Fälle für Negativschlagzeilen gesorgt. So hatte die inzwischen aufgelöste 2. Kommando-Kompanie im April 2017 bei einer Abschiedsfeier für einen KSK-Kommandeur mit Schweineköpfen geworfen. Ob oder wer Rechtsrock gehört und den Hitlergruß gezeigt hat, blieb strittig.

KSK-Reform soll im Sommer beendet sein

Nach dem ersten positiven Zwischenbericht zur Entwicklung des KSK soll im Frühjahr ein zweiter Zwischenbericht vorgelegt werden. "Im Sommer soll der Prozess abgeschlossen sein und das KSK wieder nach und nach in die internationalen Verpflichtungen stärker eingebaut werden", sagte Kramp-Karrenbauer.

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