KSC-Fans rufen zum Boykott der WM in Katar auf (Foto: SWR)

Boykottaufrufe und Alternativprogramme

Fans aus Karlsruhe gegen die Fußball-WM in Katar

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Andreas Fauth
Ein Bild von Andreas Fauth (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Noch siebeneinhalb Wochen bis zur Fußball-WM in Katar. Die Vorfreude ist getrübt. Wegen Menschenrechtsverletzungen in dem Emirat rufen Fanverbände zum Boykott auf. Auch in Karlsruhe wächst der Protest.

"Boycott Qatar" steht in dicken blau-weißen Großbuchstaben auf dem Plakat direkt vor dem Karlsruher Wildparkstadion. Auch an anderen Orten in der Stadt haben KSC-Fans die Plakate aufgehängt.

Karlsruher Anhänger schließen sich bundesweiter Kritik an

Der Vorsitzende der Karlsruher Fanvereinigung Supporters, Marco Fuchs, betont, die WM hätte nie nach Katar vergeben werden dürfen. Nicht zuletzt wegen der Ausbeutung der Wanderarbeiter auf den Stadionbaustellen.

Er spricht von einem blutgetränkten Platz, auf dem der Fußball in Katar stattfinde. Daher haben sich die KSC-Anhänger der bundesweiten Kritik vieler Fanorganisationen angeschlossen. Zwar könne man das Turnier nicht mehr verhindern. Aber man könne sich dieser WM bewusst entgegenstellen.

"Uns geht es darum, dass wir die Spiele nicht anschauen oder kein Geld für WM-Produkte ausgeben und als Fans "Nein" zu dieser WM sagen."

Wie viele am Ende wirklich einen Bogen um die WM machen, bleibt abzuwarten. Fragt man Karlsruher in der Innenstadt, wollen viele nicht auf den sportlichen Höhepunkt verzichten.

Karlsruher Pfarrer bietet Alternativprogramm zur WM

Einer, der die Menschen von den WM-Übertragungen weglocken will, ist der Karlsruher Pfarrer Stephan van Rensen. Er plant in der evangelischen Matthäus-Paul-Gerhardt-Gemeinde ein Alternativprogramm, zeitgleich zu den Gruppenspielen der deutschen Mannschaft und allen weiteren Partien mit möglicher deutscher Beteiligung.

"Was ich genießen würde, das wäre, wenn wir statt des Endspiels am 18. Dezember einfach das Endspiel von 1974 gucken würden, mit einem 2-1-Sieg von Deutschland."

Ein Sushi-Kurs und ein spanischer Konzertabend sollen in der Gemeinde zum Beispiel die Partien gegen Japan und Spanien vergessen lassen.

WM 2022 Fußball-WM in Katar – Kicken ohne Klimabewusstsein

Die FIFA nennt das Turnier in Katar „nachhaltigste WM aller Zeiten“. Wie glaubwürdig ist das? Der Profifußball allgemein tut bislang wenig, um seine miese Klimabilanz zu verbessern.

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