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Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Bruchsal-Schwetzingen Olav Gutting hatte gute Kontakte nach Aserbaidschan. Gegen seinen Parteikollegen Axel Fischer wird wegen Korruption ermittelt.

Die beiden verbindet einiges. Olav Gutting sitzt für den Nachbarwahlkreis von Axel Fischer im Bundestag. Beide sind in Karlsruhe geboren und im Landkreis aufgewachsen. Beide kennen sich gut und arbeiten seit Jahren zusammen. Und beide haben Verbindungen nach Aserbaidschan. Wie gut Olav Guttings Verbindungen dorthin waren - hier gehen die Meinungen derzeit auseinander.

SPD-Abgeordneter kritisiert "regimefreundliche Aussagen"

Der Druck in der CDU wächst täglich. Nicht nur die Maskenaffäre sorgt dafür, sondern auch die sogenannte "Aserbaidschan-Connection". Im Mittelpunkt stehen Axel Fischer, die kürzlich verstorbene Karin Strenz und der CSU-Abgeordnete Eduard Lintner. Axel Fischer soll gegen Geld und andere Zuwendungen für pro-aserbaidschanische Stimmung in Deutschland und Europa gesorgt haben. Das Bundeskriminalamt ermittelt. Der Heidelberger SPD-Abgeordnete Lothar Binding hat jetzt auch Guttings Verhältnis zum wegen Menschenrechtsverletzungen häufig kritisierten kaukasischen Staat hinterfragt.

"Ich habe von Aserbaidschan oder anderen Organisationen des Landes noch nie irgendwelche Geschenke, Geld oder andere Zuwendungen erhalten."

Olav Gutting, CDU-Bundestagsabgeordnter Bruchsal-Schwetzingen

Kritische Pressemitteilung zurückgezogen

Die entsprechende Pressemitteilung des SPD-Abgeordneten wurde am Freitag, kaum dass sie veröffentlicht war, zurückgezogen. Sie liegt dem SWR vor. Gutting sei ein Fürsprecher Aserbaidschans, heißt es dort. Auch ein auf Twitter veröffentlichtes Selfie mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew wird erwähnt. Guttings Antworten stehen mittlerweile auf seiner Homepage zum Nachlesen. Er bemüht sich in seiner Stellungnahme um Abstand. Es sei unstrittig, dass es dort (in Aserbaidschan) keine funktionierende Demokratie mehr gibt. Er habe niemals Geld oder ähnliches aus Aserbaidschan erhalten. Und von einer aserbaidschanischen Lobby-Organisation sei er "offensichtlich mal 2014" auf einer Veranstaltung für ein Grußwort eingeladen gewesen.

"Es gibt noch Klärungsbedarf."

Lothar Binding, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Heidelberg

"An heikle Dinge besser erinnern"

Hier sieht der SPD-Abgeordnete Klärungsbedarf. Schließlich erwarte er, so Binding gegenüber dem SWR, dass man sich an solch heikle Dinge genauer erinnert. Beide Männer sitzen im selben Bundestagsausschuss, sehen sich regelmäßig. Er hätte deswegen Gutting direkt auf die Vorwürfe ansprechen und die kritischen Fragen stellen sollen. Ein Fehler, deshalb sei die Mitteilung zurückgezogen worden, betont Binding.

Der SPD-Abgeordnete will nun in einem Brief seinen CDU-Kollegen Gutting auffordern, präzisere Antworten zu geben. Wie eng die Beziehung zwischen Aserbaidschan und dem Abgeordneten aus dem Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen tatsächlich war, sei noch nicht abschließend geklärt.

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