Soldatenfriedhof in Bruchsal (Foto: SWR)

Erinnerung an schreckliche Zeiten

Soldatenfriedhof in Bruchsal: Lernort gegen das Vergessen

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Wie kann das Interesse junger Menschen für das Thema Kriegsgräber geweckt werden? Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hält die Erinnerung an Krieg, Tod und Gewaltherrschaft lebendig.

Anton Keilbach wurde nur 20 Jahre alt. Er starb im Ersten Weltkrieg 1918. Ein schlichtes Steinkreuz auf dem Bruchsaler Friedhof erinnert an ihn. Einer von rund 250 gefallenen Soldaten, die hier begraben sind.

Soldatenfriedhof in Bruchsal (Foto: SWR)
Auf dem Bruchsaler Soldatenfriedhof sind rund 250 Soldaten begraben.

Soldatenfriedhöfe als Mahnung für den Frieden

Bei einer Führung auf dem Soldatenfriedhof mit der Landtagsabgeordneten Andrea Schwarz ( Grüne) betonen Vertreter vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, wie wichtig eine aktive Jugendarbeit ist, um das Gedenken an die toten Soldaten der beiden Weltkriege wachzuhalten. Gerade in heutiger Zeit zunehmender Radikalisierung sei es wichtig für Junge Menschen zu begreifen, dass Gewalt und Hass keine Mittel zur Konfliktlösung sind.

"Kriegsgräber sind für uns Mahnung für den Frieden."

Auch Axel E. Fischer, Bezirksvorsitzender für Nordbaden beim Volksbund, ist gekommen. Er unterstreicht die Ziele der Arbeit: "Soldaten haben das ewige Ruherecht und wir pflegen die Kriegsgräber", sagt er. "Kriegsgräber sind für uns Mahnung für den Frieden. In unserer Jugendarbeit geht es genau darum." Deshalb sei es wichtig, dass Jugendliche Soldatenfriedhöfe wie zum Beispiel im elsässischen Niederbronn einmal besuchen, um zu sehen, wie sinnlos Krieg und Gewalt sind, so Fischer.

Praktische Grabpflege im Schulunterricht?

Nachwuchs- und Geldsorgen erschweren zunehmend die Arbeit des Volkswohlbunds e.V.,  der sich traditionell um die Pflege der Kriegsgräber kümmert. Durch die aktive Mithilfe von Schülerinnen und Schülern bei der Gräberpflege könnte der Verein bei seiner Arbeit unterstützt und die Jugendlichen von der praktischen Seite mit dem Thema Erinnerungskultur vertraut gemacht werden.

Eine Idee, die auch bei Andrea Schwarz so gut ankam, dass sie das Thema gleich mit ins Kultusministerium nach Stuttgart nehmen will: Praktische Grabpflege mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Rahmen des Schulunterrichts.

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