Schild vor dem Pforzheimer Siloah Klinikum (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Franziska Kraufmann)

Arbeitsgericht wartet auf Staatsanwaltschaft

Verfahren zwischen Siloah-Klinik Pforzheim und Ex-Chefarzt ausgesetzt

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Vor dem Pforzheimer Arbeitsgericht ist der Streit zwischen dem Siloah Klinikum und einem ehemaligen Chefarzt um möglichen Schadenersatz ausgesetzt worden. Man warte zunächst den Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen ab.

Wie in der Verhandlung vor dem Pforzheimer Arbeitsgericht bekannt wurde, führt die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft Mannheim die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Arzt. Sowohl das Siloah Klinikum als auf der frühere Chefarzt stimmten zu, erst deren Ergebnis abzuwarten, bevor das Verfahren vor dem Arbeitsgericht wieder aufgenommen wird.

Siloah Klinikum wirft Arzt Abrechnungsbetrug vor

In dem Streit geht es um Leistungen, die der frühere Chefarzt laut Gesetz oder Arbeitsvertrag persönlich erbringen musste. Darunter fallen zum Beispiel Patienten, die mit dem Krankenhaus eine Chefarzt-Behandlung vereinbart hatten.

Das Klinikum wirft dem renommierten Mediziner Abrechnungsbetrug vor. Er habe in seiner Zeit als Chefarzt einer Abteilung im Siloah Klinikum fast 2.000 Operationen als eigene Leistungen abgerechnet, für die er eigentlich persönlich zuständig gewesen sei, die er aber an andere Ärzte von geringerem Rang delegiert habe. Für diesen Personaleinsatz fordern die Krankenhaus-Träger mehr als 300.000 Euro Schadenersatz.

Pforzheimer Arzt weist Vorwürfe zurück

Der frühere Chefarzt wies diesen Anspruch zurück und warf seinem ehemaligen Arbeitgeber „organisatorische Mängel“ und "unhaltbare Verhältnisse" vor. Er habe viele Patienten nicht selbst operieren können, weil seine Abteilung mehr als ausgelastet gewesen sei.

Das Krankenhaus und der Arzt hatten sich 2018 getrennt. Dieser gilt als anerkannter Spezialist auf seinem Gebiet.

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