Gudrun Praetorius vor ihrem 19 Quadratmeter großen Tiny House. (Foto: SWR)

Leben auf kleinstem Raum voll im Trend

Klein, aber fein: Leben im Tiny House in Waldbronn

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AUTOR/IN
Greta Hirsch

Immer mehr Menschen tauschen ihre geräumigen Wohnungen gegen sogenannte Tiny Houses ein. Die Mini-Häuser sind voll im Trend und finden in der Gesellschaft immer größeren Anklang.

Holzvertäfelt und mit roten Tür- und Fensterrahmen steht das Tiny House von Gudrun Praetorius auf seinem schmalen Stellplatz in Waldbronn (Kreis Karlsruhe). Von außen erinnert es viel mehr an eine Gartenlaube als an ein richtiges Haus. Ihre 5-Zimmer-Wohnung hat die Sozialarbeiterin vor zwei Jahren gegen das gerade Mal 19 Quadratmeter große Mini-Haus eingetauscht und sieht darin viele Vorteile wie etwa den bewussten Umgang mit dem eigenen Konsum.

Gudrun Praetorius ist Besitzerin eines Tiny House (Foto: SWR)

"Man lebt nicht in Askese wie in einer Klosterzelle, darum geht es nicht. Sondern man guckt: Was brauche ich wirklich im Leben?"

Zwei bis drei Jahre hat Gudrun an ihrem Tiny House getüftelt. Ihr war vor allem eine weitestgehend ökologische Ausstattung wichtig. Ihre Toilette funktioniert beispielsweise ohne Wasser, ihre Dämmung besteht aus Schafwolle. Die Kosten sind vergleichsweise überschaubar: Für alle Nebenkosten zahlt sie monatlich 150 bis 200 Euro. Für das Tiny House selbst muss man aber etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Mini-Häuser starten ab 30.000 Euro, die Preise sind aber nach oben hin offen. Die endgültigen Kosten hängen von den individuellen Wünschen der Besitzer ab.

"Wenn man nicht davon überzeugt ist, dass man es schafft, mit wenig zu leben, dann kommt man schnell wieder weg von der Idee Tiny House."

Leben auf engstem Raum

Gudrun's Tiny House hat alles, was man zum Leben und Wohnen braucht: Eine Küche, eine Sitzecke und ein Schlafzimmer. Alles in einem großen Raum. Nur das Badezimmer ist durch eine Tür vom restlichen Bereich abgetrennt.

Tiny House in Waldbronn von innen (Foto: SWR)
Gudrun Praetorius Tiny House von innen.

Interessenten sollten sich Tipps von Tiny House Besitzern einholen

Wer mit dem Gedanken spielt, in ein eigenes Tiny House zu investieren und langfristig darin zu wohnen, soll sich mit Besitzern austauschen, rät Gudrun Praetorius. Möglichkeiten bietet beispielsweise am Wochenende das Tiny House Festival in Karlsruhe. Auf dem Messegelände sind von Freitag bis Sonntag etwa 50 Aussteller und 20 Besitzer mit ihren Tiny Houses vor Ort und stehen Rede und Antwort.

In Mühlacker soll Deutschlands größte Tinyhouse-Siedlung entstehen

Der Trend zum Wohnen auf wenigen Quadratmetern hält unvermindert an. In Mühlacker (Enzkreis) soll demnächst sogar Deutschlands größte Tinyhouse-Siedlung entstehen. Das Interesse daran ist riesig, wie Peter Lauber erfahren hat.

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