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Eine Professorin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat untersucht, wie man mehr Menschen zu einer Corona-Impfung überreden kann. Ihre Empfehlung: Indem man sie belohnt.

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Freibier, Donuts oder Gutscheine - damit versuchen einige amerikanische Bundesstaaten die Menschen zu motivieren, sich impfen zu lassen. Wenn es nach Nora Szech geht, dann würde auch Geld als Belohnung sehr helfen. Die Professorin für politische Ökonomie am Karlsruher Institut für Technologie hat dazu eine Studie gemacht.

Die KIT_Professorin Nora Szech (Foto: Pressestelle, Bild: KIT)
Nora Szech ist Professorin am KIT Pressestelle Bild: KIT

100 Euro pro Person mindestens

Sie wollte herausfinden, was die Impfbereitschaft der Menschen positiv beeinflussen würde. Dafür hat sie zusammen mit ihrer US-Kollegin Marta Serra-Garcia in den USA mehr als tausend Testpersonen gefragt. Das Ergebnis: Prämien in Höhe von 100 Euro würden demnach zu einer Impfbereitschaft von 80 Prozent führen. Bei 500 Euro Prämie soll sogar eine Impfquote von 90 Prozent möglich sein. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus derzeit eine Impfquote von mindestens 85 Prozent.

Professorin Nora Szech sprach am Freitagabend im Interview mit dem SWR über die Ergebnisse ihrer Studie:

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Geld alleine reicht nicht

Um das zu erreichen, müsste auch der Zugang zu den Impfungen leichter werden, sagt die Karlsruher Forscherin. Es sei für viele einfacher, sich beim Einkaufen in der Innenstadt impfen zu lassen als in den Impfzentren.

"Tatsächlich haben wir in Deutschland relativ lange geschlafen."

Ändert sich nichts, würde man viele ältere und bildungsferne Menschen nicht erreichen, mahnt die Professorin. Mit unkomplizierten Impfangeboten und einer Prämie aber schon. Im Übrigen sollten die dann auch diejenigen bekommen, die schon geimpft sind.

Sozialministerium: Leichteres Impfen ja, Prämie nein

Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) befürwortet es, die Impfmöglichkeiten zu erweitern. Er sprach im SWR vom "Impfen-To-Go". Sonder-Impfaktionen und mobile Impfteams sollen dabei helfen. Eine Impfprämie ist laut Sozialministerium aber bisher nicht geplant.

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