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Am 6. Dezember ist Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe. Fünf Kandidatinnen und Kandidaten haben sich bislang öffentlich präsentiert. Aber wie würden sie im Amt handeln? Zum Beispiel, um den Herausforderungen des Klimawandels entgegenzutreten.

Die Themen Klimaschutz und Umwelt sehen Kandidaten ziemlich weit vorne. Heißer werdende Innenstädte, vertrocknende Grünflächen - vor diesen Problemen möchte keiner der Kandidaten die Augen verschließen. Doch wo setzen die Oberbürgermeister-Anwärter ihre Prioritäten?

Rebekka Plies fasst die unterschiedlichen Standpunkte zusammen.

Frank Mentrup (SPD und Grüne)

Überhitzte Innenstadt im Sommer und ein massives Baumsterben im Hardtwald, das sind nur zwei Herausforderungen, die Karlsruhe in den kommenden Jahren bewältigen muss. Nach der Zukunftsvision des amtierenden SPD-Oberbürgermeisters Frank Mentrup muss Karlsruhe vor allem beim Verkehr ansetzen:

"Bei der Verkehrswende muss der Ausbau des ÖPNV und des Fahrradverkehrs eindeutig vor dem Ausbau des Straßenverkehrs stehen."

Frank Mentrup, SPD und Grüne

Vanessa Schulz (Die PARTEI)

Obwohl Die Partei mit Satire und Witz auf ihre Anliegen aufmerksam macht, wird deren Kandidatin, Vanessa Schulz bei diesem Thema ganz ernst. Die drängendsten Klimaschutz- und Umweltfragen müssten sofort angegangen werden und zwar parteiübergreifend, sagt sie.

"Kommunale Gebäude sollten mit Solaranlagen ausgestattet werden und Ressourcen müssen auch in der Stadtverwaltung stärker geschont werden."

Vanessa Schulz, Die PARTEI

Petra Lorenz (Freie Wähler und Für Karlsruhe)

Klimaschutz ja, aber ohne Stigmatisierung - so möchte sich Petra Lorenz von den Freien Wählern/Für Karlsruhe für das Thema einsetzen. Wenn Berufstätige auf ein Auto angewiesen seien, sollen sie sich nicht dafür schämen müssen. Aus ihrer Wahrnehmung gebe es genügend andere Möglichkeiten, um den Klimaschutz voranzutreiben.

"Klimafreundlich bedeutet nicht, das Auto als Fortbewegungsmittel grundsätzlich zu verdammen."

Petra Lorenz, Freie Wähler/Für Karlsruhe

Paul Schmidt (AfD)

Bei der AfD sieht man in Bezug auf den Klima- und Artenschutz vor allem die Abkehr von der Kernenergie besonders kritisch. Die Atomenergie erzeuge deutlich weniger schädliches CO2 als beispielsweise Energie aus Kohle. Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dächern würde die Klimabilanz aus Sicht der AfD nicht wirklich verbessern.

"Ich bin natürlich für Umwelt- und Artenschutz! Wir als AfD glauben aber, dass die CO2-Problematik am Besten mit Kernenergie in den Griff zu kriegen ist."

Paul Schmidt, AfD

Sven Weigt (CDU und FDP)

Bei der CDU setzt man das Thema Klima- und Umweltschutz auch weit oben an, aber auch die anderen Fragen und Probleme dürfe man nicht aus dem Blick verlieren, so Sven Weigt. Das sei das Komplexe an den kommunalen Aufgaben, dass man alle Dinge gleichermaßen betrachten müsse. Enge Bebauung in der Stadt müsse man aber auf jeden Fall vermeiden.

"Klima- und Umweltschutz ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, deshalb hat er eine hohe Priorität, aber eben auch in einem ökonomischen Gleichgewicht."

Sven Weigt, CDU und FDP

Marc Nehlig (parteilos)

Der parteilose Bewerber Marc Nehlig sieht Karlsruhe im Vergleich mit anderen Großstädten schon ganz gut aufgestellt, was Klimaschutz angeht. Als Oberbürgermeister würde er gerne Firmen und Unternehmen mit geringeren Abgaben locken, wenn sie ein gesetztes Emissionsziel erreichen.

"Ich finde, dass Karlsruhe klimatechnisch schon gut dabei ist, beispielsweise mit Grünflächen und Co. und das sollte auch in Zukunft weiter gefördert werden."

Marc Nehlig, parteilos

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