Operation mit Loop-X am Klinikum Karlsruhe. Auf zwei Bildschirmen verfolgen die Operateure ihre Arbeit. (Foto: Pressestelle, Markus Kümmerle)

Krankenhäuser an wirtschaftlicher Belastungsgrenze

Karlsruher Kliniken schlagen Alarm: Soforthilfe von Bund und Land gefordert

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Fabiola Germer
Ein Bild von Fabiola Germer (Foto: SWR, Patricia Neligan)
Oliver Grimm
Bild von Oliver Grimm (Foto: SWR, Patricia Neligan )

Hohe Preise für Gas und Belastungen durch die Corona-Pandemie bringen das Städtische Klinikum und die ViDia Kliniken an ihre Grenzen. Sie fordern Soforthilfe von Bund und Land.

Die beiden großen Krankenhäuser der Stadt Karlsruhe haben in einem gemeinsamen Schreiben an Bundes- und Landtagsabgeordnete auf Belastungen durch die Corona-Pandemie und stark gestiegene Preise aufmerksam gemacht. Die beiden Kliniken seien an ihrer wirtschaftlichen Belastungsgrenze.

Das Städtische Klinikum Karlsruhe rechnet alleine durch die Preissteigerungen für Gas im Jahr 2022 mit einer zusätzlichen Kostenbelastung in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro. Die ViDia Kliniken erwarten Mehraufwendungen für die Energiekosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um 40 Prozent. Für die Jahre 2022 und 2023 rechnen die beiden Kliniken mit einem Anstieg im gesamten Sachkostenbereich von rund 26 Millionen Euro pro Jahr.

Kliniken in Karlsruhe fehlt Planungssicherheit

Eine Weitergabe der Kosten an die gesetzlichen Krankenkassen sei nicht möglich. Die Bundesregierung habe bislang keine geeigneten Hilfsmaßnahmen für Krankenhäuser angekündigt. Zurzeit fehle den Kliniken jede Planungssicherheit für dringend notwendige Investitionen zur Zukunftssicherung der Standorte.

"Die Zahlen verdeutlichen, wie dringend ein gesetzliches Sofortmaßnahmenpaket kommen muss."

Die Karlsruher Krankenhäuser versorgen nach eigenen Angaben jährlich rund 400.000 Patientinnen und Patienten ambulant und stationär. Mit ihren über 8.000 Beschäftigten leisten sie einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung im Stadt- und Landkreis Karlsruhe und zählen zu den größten Arbeitgebern in der Region, so Michael Geißler, Geschäftsführer des Klinikums Karlsruhe.

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Tagesgespräch Chef der Krankenhausgesellschaft: Die Personalnot wiegt schwer

Die Krankenhäuser in Deutschland haben auch im vergangenen Jahr eine geringere Bettenauslastung als vor der Corona-Pandemie - das zeigt die neueste Krankenhaus-Statistik. Eigentlich wäre diese Nachricht ein Grund zur Freude, wäre da nicht der gravierende Personalmangel in den Kliniken. Dieser habe mehrere Gründe, so Gerald Gaß, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft. "Zum einen haben wir höhere Krankheitsquoten im Kollegium. Zum anderen behandeln wir noch immer einige Covid-Patienten, was einen erheblichen Mehraufwand bedeutet und viel Personal bindet", sagte Gaß im SWR2-Tagesgespräch.
Gleichzeitig kritisierte er, dass die Bundesländer seit Jahren zu wenig Mittel an die Krankenhäuser zahlten. Jährlich fehlten bis zu 3 Milliarden Euro, was die angespannte Situation noch verschlimmere, so Gaß.
Was sich seiner Ansicht nach ändern muss und vor welchen Herausforderungen die Kliniken im Hinblick auf den Corona-Herbst stehen, erklärt Gaß im SWR2-Tagesgespräch mit Moderator Jan Frédéric Willems.  mehr...

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