Karlsruhe mit höchster Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Höchste Inzidenz in Baden-Württemberg

Trotz hoher Corona-Inzidenz - Karlsruher Gesundheitssystem nicht in Gefahr

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Wolfgang Hörter

In Karlsruhe ist die Corona-Inzidenz deutlich gestiegen. Trotzdem erwartet die Stadt derzeit keine Überlastung des Gesundheitssystems. Der Oberbürgermeister plädiert für eine Impfpflicht.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 700 liegt der Stadtkreis Karlsruhe derzeit an der Spitze in Baden-Württemberg. Im Landkreis liegt die Inzidenz bei rund 600. Dennoch ist die Zahl der schweren Verläufe nach Angaben der Stadt und des Städtischen Klinikums gering.

Nur relativ wenige Patienten mit Covid im Städtischen Klinikum

Im Städtischen Klinikum Karlsruhe liegen derzeit nur zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation. Etwas mehr als 30 Erkrankte liegen auf Normalstationen. Allerdings befinden sie sich dort mit Corona, und nicht wegen Corona, wie es weiter heißt. Das bedeutet, die Patienten sind mit anderen Beschwerden eingeliefert worden und wurden dann positiv getestet. Dennoch bedeutet das für die Krankenhäuser auch zusätzlichen Pflegeaufwand, weil die Patienten isoliert werden müssen.

"Man kann sagen, dass sich in Karlsruhe jetzt viele Infektionen nachholen, die vorher nicht stattgefunden haben. Weil die Inzidenzen über zwei Jahre in Karlsruhe die zweit- oder drittniedrigsten im ganzen Land waren."

Vermutlich noch viel mehr Fälle als bekannt in Karlsruhe

Die tatsächliche Zahl der Infektionen in Karlsruhe dürfte noch viel höher sein. Wie die regelmäßigen Abwasseruntersuchungen im Labor nahelegen, dürften viele Erkrankungen statistisch überhaupt nicht erfasst sein. Viele Menschen würden einfach bei Krankheitssymptomen zuhause bleiben, aber sich nicht testen lassen, vermutet Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). Hinzu kämen symptomfreie Krankheitsverläufe, die ebenfalls nicht erfasst werden.

"Wenn die Maßnahmen über das neue Infektionsschutzgesetz nicht festgezurrt werden, bekommen wir spätestens im Herbst überall erhebliche Probleme. In den Ämtern, in den Krankenhäusern, bei der kritischen Infrastruktur."

Oberbürgermeister Mentrup sieht Wirtschaft und Infrastruktur gefährdet

Trotz dieser Einschätzung der aktuellen Corona-Lage in der Stadt fordert Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) weiterhin mit Nachdruck eine Impfpflicht und eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um im Herbst auf eine mögliche Corona-Welle reagieren zu können. Er sieht ansonsten wegen Personalausfällen die Wirtschaft und die Infrastruktur gefährdet.

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